Gastgewerbe: Erneutes Umsatzminus im Oktober 2021
Eine noch nie dagewesene Situation wie die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche Lage, den Alltag von Unternehmen und auch betriebliche Abläufe in den letzten gut 1,5 Jahren teils erheblich verändert. Dies gilt auch für die Verbandsarbeit im Sinne der Mitglieder des BV GFGH, die in dieser schwierigen Zeit in besonderem Maße gefragt war – eine große Herausforderung also für den geschäftsführenden Vorstand Dirk Reinsberg. Im Gespräch mit dem GETRÄNKEFACHGROSSHANDEL schildert er die Situation und fokussiert viele weitere wichtige Branchenthemen.
Spontane „Schnellentladungen“ von Getränkefrachten auf der Autobahn sind kostenträchtig und gefährden andere Verkerhrsteilnehmer. Dabei ist ein sicherer Getränketransport kein Hexenwerk. Fehlender Formschluss und schlechte Fixierung des Ladeguts, mangelhafte Stabilität der Getränkepaletten, schlecht gewartete Aufbauten und fehlende LaSi-Hilfsmittel – das sind die Zutaten, aus denen ein zünftiger Ladungs-Unfall entsteht. Nicht zu vergessen eine allzu zügige Fahrweise, oftmals bedingt durch Zeitdruck ebenso wie durch mangelnde Kenntnis möglicher Folgen.
Unser Verbandsorgan, der GETRÄNKEFACHGROSSHANDEL, berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über dieses branchenrelevante Thema.
Die „Initiative Verkehrsentlastung – 44 Tonnen für eine zukunftsweisende Logistik“ besteht aktuell aus 28 Verbänden, die sich branchenübergreifend für eine Angleichung des zulässigen Gesamtgewichts bei Lkw einsetzen, um so die Klima- und Umweltziele der Bundespolitik zu unterstützen. Auch gegenüber der neuen Bundesregierung werden wir gemeinsam mit dieser Initiative unsere Forderungen vortragen, um so den Klimaschutz im Verkehrssektor zu stärken.
Deutschland muss seine Treibhausgasemissionen senken, um die Klimaschutzziele einzuhalten. Allein im Verkehrssektor müssen die CO2-Emissionen bis 2030 um mehr als 40 Prozent gegenüber 2018 gesenkt werden. Dabei wird die im Rahmen des Europäischen Green Deals beabsichtigte Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf Null bis 2050 den Druck zur schnellen Realisierung von CO2-Einsparungen noch erhöhen. Für die Erreichung dieses Ziels sind im Bereich der Mobilität neue Antriebstechnologien und eine Stärkung der Verkehrsträger Bahn und Binnenschiff erforderlich – beides wird allerdings erst mittel- bis längerfristig realisierbar sein.
Eine schnell wirksame Maßnahme wäre hingegen die Anhebung des zulässigen Lkw-Gesamtgewichts auf das heute im Kombinierten Verkehr erlaubte Niveau von 44 Tonnen, denn so könnten jährlich mehrere Millionen Transporte und damit erhebliche Mengen CO2 eingespart werden.
Die Angleichung des zulässigen Gesamtgewichts von Lkw auf 44 Tonnen…
Im gemeinsamen Positionspapier werden die Vorteile einer Anpassung des zulässigen Lkw-Gesamtgewichts erläutert.
Im September 2021 erwirtschaftet der Getränkefachgroßhandel im Vergleich zum Vormonat ein reales Umsatzminus von 1,2 Prozent (nominal minus 1,0 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat können die Getränkefachgroßhändler die Umsatzzahlen verbessern: Der Umsatz steigt real um 2,0 Prozent.
Kumuliert betrachtet bleibt der Umsatz bis einschließlich September 2021 noch mit 0,26 Prozent (nominal 1,1 Prozent) im Plus.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Der Bierabsatz sinkt im Oktober 2021 erneut und setzt den Negativtrend in der Branche fort. Auf den ersten Blick lässt sich hierfür allerdings keine Hauptursache identifizieren.
Mit einem Minus von 4,5 Prozent müssen die deutschen Brauereien im Oktober 2021 einen Bierabsatz-Rückgang verzeichnen, der den des Vormonats noch einmal übersteigt. Der Negativtrend setzt sich also unverändert fort, obwohl die Herbstferien 2021 nicht im Lockdown verbracht werden mussten und Gaststätten, Restaurants und Hotels geöffnet hatten.
Im Inland liegt der Absatz erneut 5,3 Prozent unter dem des Vorjahres. Auch im Bundesländer-Vergleich sind fast durchgehend Absatzverluste zu verzeichnen. Die Negativtabelle führt im Oktober 2021 Thüringen mit einem Minus von 24,3 Prozent an. Sachsen-Anhalt hingegen kann ein Plus von 7,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnen, ist damit aber nur eines von insgesamt drei Bundesländern, die ein Plus erzielen.
Der Gesamtbierabsatz bleibt kumuliert auf dem Minus-Stand der Vormonate bei minus 3,9 Prozent. Der Inlandsabsatz verbessert sich um 0,1 Prozentpunkt auf kumuliert minus 5,3 Prozent. Das Exportgeschäft legt um 2,5 Prozent zu, muss aber im Vergleich zum Zeitraum Januar bis September 2021 einen Rückgang von 1 Prozentpunkt hinnehmen.
In den aktuellen Zahlen bleiben alkoholfreie Biere und alkoholfreie Biermischgetränke wie immer unberücksichtigt.
Quelle: Statistisches Bundesamt
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