„GFGH vor tiefgreifendem Strukturwandel“ – Interview mit Dirk Reinsberg in Getränke News

„GFGH vor tiefgreifendem Strukturwandel“ – Interview mit Dirk Reinsberg in Getränke News

Branche steht vor Strukturwandel: BV GFGH gibt mit neu geschaffenem Kompetenzzentrum Lösungen an die Hand 

Steigende Kosten, rückläufige Mengen und ein anhaltender Strukturwandel setzen den Getränkefachgroßhandel unter Druck. Im Interview mit Getränke News erklärt unser geschäftsführender Vorstand Dirk Reinsberg, warum die Konsolidierung noch nicht abgeschlossen ist, wie sich das Geschäftsmodell verändert – und weshalb Unternehmensnachfolge zu einer der zentralen Zukunftsfragen der Branche geworden ist.

Dabei erläutert Reinsberg, dass der GFGH und der Getränkeeinzelhandel seit Jahren unter strukturellem Druck stünden. Steigende Kosten und ein verändertes Konsumverhalten prägen die wirtschaftliche Situation, eine schnelle Entspannung ist nicht absehbar. Entsprechend angespannt ist die Lage in vielen Betrieben. Gleichzeitig gibt es insbesondere im gastronomieorientierten Getränkefachgroßhandel und im Getränkefachhandel weiterhin Chancen. Diese liegen vor allem in einer großen Dienstleistungstiefe und einer breiten Sortimentsvielfalt, mit denen sich zusätzliche Potenziale erschließen lassen.

Gestiegene Kosten und sinkende Absätze 

Zu den größten Herausforderungen zählen weiterhin steigende Kosten, insbesondere für Energie und bei den Löhnen. Zwar liegt die Inflationsrate inzwischen wieder bei rund zwei Prozent, dennoch haben die Unternehmen in der Branche erhebliche Kostensteigerungen zu bewältigen. Gleichzeitig ist eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten.

Die Versorgung des Außer-Haus-Marktes war über viele Jahrzehnte ein tragfähiges Geschäftsmodell und bleibt dies grundsätzlich auch weiterhin. Allerdings setzt es heute eine deutlich größere Dienstleistungstiefe und Sortimentsvielfalt voraus. Neben Bier, Mineralwasser und Erfrischungsgetränken gehören inzwischen auch Wein und Spirituosen zum Standardangebot. Zudem werden weitere Segmente stärker nachgefragt. Das Geschäftsmodell des Getränkefachgroßhandels entwickelt sich deshalb weiter. Neue Anforderungen ergeben sich unter anderem aus dem Thema Verpackungen, insbesondere Mehrwegverpackungen, sowie aus dem Einsatz von Großgebinden in der Gastronomie. Daraus entstehen neue Dienstleistungsfelder, die es in der aktuellen Phase inhaltlich zu begleiten gilt, um entsprechende Leistungen aufbauen zu können.

Neues Angebot: Kompetenzzentrum für Unternehmensnachfolge und Zukunftsfähigkeit 

„Die Idee dazu ist unmittelbar aus dem Tagesgeschäft entstanden“, erklärt Dirk Reinsberg. Insbesondere die Nachfrage nach Begleitung, Unterstützung, fachlichem Rat und Expertise rund um das Thema Unternehmensnachfolge ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Viele Unternehmen stehen vor einem Generationenwechsel und suchen Orientierung. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, proaktiv zu handeln und uns bekannte Berater und Dienstleister aus unterschiedlichen Themenfeldern in einem Kompetenzzentrum zusammenzuführen.

„Unser Ansatz ist es, sowohl konkrete Nachfolgeprozesse zu begleiten als auch Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, frühzeitig Impulse zu geben. Über die Verbandsplattform stehen zahlreiche Kontakte zur Verfügung, die weiterhelfen können. Wir verstehen uns dabei als Brücke, um Fragestellungen der Unternehmensnachfolge strukturiert zu tragfähigen Lösungen zu führen“, sagt Reinsberg.

Die Beraterinnern und Berater, mit denen der BV GFGH im Kompetenzzentrum zusammenarbeitet, sind seit vielen Jahren in der Getränkebranche tätig. Sie verfügen über eine ausgewiesene Expertise, kennen die spezifischen Herausforderungen der Branche und sprechen die Sprache der Unternehmen. Es handelt sich nicht um branchenfremde Anbieter, sondern um Fachleute, die ihre Erfahrung über Jahre hinweg in der Getränkewirtschaft aufgebaut haben und deshalb schnell und praxisnah unterstützen können. Weitere Experten mit entsprechender Branchenkompetenz sind ausdrücklich eingeladen, diesen Kreis zu ergänzen.

Das vollständige Interview aus den Getränke News vom 04.02.2026 können Sie hier lesen:

Gastgewerbe kommt im Oktober nicht auf die Beine

Gastgewerbe kommt im Oktober nicht auf die Beine

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Oktober 2025 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real 2,3 Prozent (nominal minus 2,8 Prozent) weniger umgesetzt als im September 2025. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Umsatz real um 0,4 Prozent und nominal ein Plus von 2,9 Prozent.

Die Umsatzdaten im Überblick:

  • Gastgewerbe: Der Umsatz im Gastgewerbe ist im Vergleich zum Vormonat real um 2,3 Prozent (nominal minus 2,8 Prozent) gesunken.
  • Gaststätten: Das Gaststättengewerbe verbucht ein Umsatzminus von 2,3 Prozent (nominal minus 2,8 Prozent).
  • Schankwirtschaften: Im Vergleich zum September 2025 sinkt der reale Umsatz um 3,8 Prozent (nominal minus 2,9 Prozent).
  • Gastronomie: Die Gastronomie verzeichnet ein reales Umsatzminus von 1,9 Prozent (nominal minus 1,4 Prozent) im Vergleich zum Vormonat.
  • Hotels und sonstige Beherbergungsstätten: Gegenüber September 2025 kommt die Branche im Oktober 2025 auf einen realen Umsatzverlust von 2,7 Prozent (nominal ein Minus von 5,1 Prozent).
  • Cateringunternehmen und sonstige Verpflegungsdienstleistungen: Im Vergleich zum Vormonat verbucht die Branche ein reales Minus von 5,4 Prozent (nominal minus 10,5 Prozent).

 Kumulierte Zahlen im Überblick:

Kumuliert betrachtet ergeben sich folgende Daten für die bisherigen Monate im Jahr 2025 im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2024:

  • Gastgewerbe: Der Umsatz im Gastgewerbe sinkt real um 3,4 Prozent (nominal minus 0,1 Prozent).
  • Gaststätten: Das Gaststättengewerbe verbucht einen realen Umsatzrückgang von 4,2 Prozent (nominal ein Minus von 0,4 Prozent).
  • Schankwirtschaften: Die Branche kommt auf ein reales Minus von 5,7 Prozent (nominal minus 2,0 Prozent).
  • Gastronomie: Die Gastronomie verzeichnet ein reales Minus von 4,0 Prozent (nominal ein Minus von 0,1 Prozent).
  • Hotels und sonstige Beherbergungsstätten: Der reale Umsatz der Branche sinkt um 2,7 Prozent (nominal keine Veränderung).
  • Cateringunternehmen und sonstige Verpflegungsdienstleistungen: Kumuliert betrachtet, verbucht die Branche einen realen Umsatzverlust von 3,0 Prozent (nominal plus 1,3 Prozent).

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

Bierabsatz schlittert im Oktober ungebremst dem Abgrund entgegen

Bierabsatz schlittert im Oktober ungebremst dem Abgrund entgegen

Das Jahr wird immer deutlicher ein Desaster: Auch im Oktober präsentieren sich die Absatzzahlen tiefrot. Mit einem deutlichen Minus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vormonat verschlechtern sich die Zahlen weiterhin. Beim steuerpflichtigen Bierabsatz sieht es nicht anders aus. Laut dem Deutschen Brauer-Bund e.V. (DBB) verliert dieser 8,6 Prozent im Vergleich zum ebenfalls mauen September 2025. Der Export sorgt für noch tiefere Sorgenfalten: Im Vergleich zum Vormonat verliert er 13,9 Prozent.

Das kurze Aufatmen im September wird durch die wiederum negative Absatzentwicklung im Oktober zunichte gemacht. Der Absatz fällt erneut beinahe zweistellig. Insgesamt fehlen zum Vorjahresmonat über 600.000 Hektoliter. Steuerpflichtig sind es knapp 500.000 Hektoliter. Allein bei den Ausfuhren macht das Minus 150.000 Hektoliter aus, auf Jahressicht sind es eine Million Hektoliter. Insgesamt lag der Absatz damit um 9,5 Prozent unter dem Niveau von 2024: Im Inland fehlten 8,6 Prozent, im Auslandsgeschäft 13,9 Prozent. Mit 27,5 Prozent sind die Bremsspuren in den Drittländern am größten. Ende Oktober liegt der deutsche Biermarkt bei einem Minus von 6,3 Prozent.

Im 15. Monat mit negativem Vorjahresmonatsvergleich in Folge muss längst von einer Zäsur gesprochen werden. Marktforscher machen als Hauptursachen übereinstimmend die seit mehreren Jahren herrschende politische Unsicherheit und das daraus resultierende negative Konsumklima aus – mit der demografischen Entwicklung als Grundrauschen im Hintergrund. Das Konsumklima hatte im Oktober seinen Abwärtstrend fortgesetzt. Laut dem NIQ/GfK-Index waren dafür die deutlich getrübten Einkommenserwartungen der deutschen VerbraucherInnen verantwortlich. Die weiterhin prekäre Situation der Gastronomie trägt ebenfalls zur Fortsetzung der Absatzkrise bei. Es ist kein Trost, dass Wein und Spirituosen teils noch heftigere Einbußen erleiden und sich der Biermarkt in nahezu allen EU-Staaten in diesem Jahr deutlich negativ entwickelt, insbesondere in Polen, Belgien, Tschechien, Rumänien, Österreich und Ungarn.

Mecklenburg-Vorpommern vermeldet ein Minus von 2,8 Prozent und führt damit die Statistik des steuerpflichtigen Bierabsatzes nach Bundesländern an. Auf Platz zwei folgt Thüringen mit einem Verlust von 4,7 Prozent. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit einem Minus von 28,3 Prozent.

Quelle: Deutscher Brauer Bund

Großhandel meldet sich im September mit Ausrufezeichen zurück

Großhandel meldet sich im September mit Ausrufezeichen zurück

Der Großhandel zeigt sich deutlich erholt: Ganz anders als im August, in dem es einen starken Verlust zu vermelden gab, steigen die Umsätze im September um 5 Prozent (nominal plus 5,3 Prozent).

Der Vorjahresvergleich fällt hingegen schlecht aus: Der Getränkefachgroßhandel schließt den diesjährigen September mit einem realen Minus von 6,2 Prozent (nominal minus 4,4 Prozent) ab.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026

Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026

2026 trifft sich das Who is Who der Getränkebranche zu unserem Branchentreffen GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. im Maritim Hotel in Bonn.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Veranstaltungstage mit hochkarätigen Vorträgen und Impulsen, einer exklusiven Ausstellung sowie einem Abend voller Networking und Austausch in kommunikativer Atmosphäre.

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026
am 26. & 27. Februar 2026
im Maritim Hotel Bonn
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1
53175 Bonn
 

 

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