GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2024

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2024

Unser Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. findet am 22. & 23. Februar 2024 in Berlin statt.

Anlässlich unseres 125-jährigen Verbandsjubiläums wollen wir der Branche erneut eine Plattform zum Erfahrungsaustausch geben und gemeinsam einen Blick auf Geleistetes sowie die Zukunft der Getränkewirtschaft werfen. Freuen Sie sich schon jetzt auf interessante Vorträge, eine exklusive Ausstellung sowie einen „kommunikativen Abend“!

Auch 2024 werden wieder zahlreiche Getränkefachgroß- und -einzelhändler, Hersteller sowie Partner der Getränkeindustrie bei diesem Event dabei sein.

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2024
am 22. & 23. Februar 2024
im Vienna House by Wyndham Andel’s Berlin
Landsberger Allee 106
10369 Berlin

Der detaillierte Veranstaltungsablauf ist online! Alle Infos zu den Referenten können Sie nachstehend herunterladen:

Unsere Aussteller & Sponsoren

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2023 – Wichtige Impulse für die Branche

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2023 – Wichtige Impulse für die Branche

Fotos: © Jan Düfelsiek Photography

- Galerien mit Impressionen der Veranstaltung finden Sie am Ende der Seite -

„Wir wollen weiter Mut machen, in der Getränkebranche zu arbeiten, zu handeln und sich dafür zu engagieren.“ Mit diesen Worten eröffnete unser geschäftsführender Vorstand, Dirk Reinsberg das diesjährige Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. im INFINITY Hotel & Conference Resort Munich in Unterschleißheim. An der zweitägigen Veranstaltung nahmen rund 550 Gäste aus den Bereichen Getränkeindustrie, Getränkefachgroßhandel, Wirtschaft und Verbände teil.

Im Rahmen der Verranstaltung wurde zudem in der Mitgliederversammlung mit Eric Boecken und Martin Dreyer der Vorsitz und stellvertretende Vorsitz des BV-GFGH-Beirats neu gewählt. Gleichzeitig konnten wir den Rahmen nutzen, um Peter Sagasser als stellvertretenden Beiratsvorsitzenden zu verabschieden – nach vielen Jahren des Engagements als Beiratsvorsitzender und auch stellvertretender Vorsitzender für die Belange des GFGH. Vielen Dank für den Einsatz! Als Regionalsprecher für die Region 4: Süd ist er weiterhin im Beirat vertreten.

Wie auch im letzten Jahr bildete die Ehrung Deutschlands bester Getränkehändler 2023 im Rahmen von GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. den Auftakt für das Branchenevent. In Kooperation zwischen der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel und dem BV GFGH wurde das besondere Engagement und die Kreativität von insgesamt sieben Lebensmitteleinzelhändlern gewürdigt.

In seiner Begrüßungsrede sprach BV-GFGH-Vorstand Drk Reinsberg vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, der Globalisierung und dem Anstieg der Energiepreise von ökologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Herausforderungen – auch für den Getränkefachgroßhandel. Insbesondere das Mehrweg-Pooling sei eine wegweisende Möglichkeit, um eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu implementieren. Ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg: Die Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen für einen Mehrwegkreislauf. Die Vereinheitlichung der Gebinde sei dabei ein erster und zwingend notwendiger Schritt. Auch wurde erneut deutlich, welche elementare Bedeutung der Logistik für das Getränkemehrwegsystem und die Zukunft des Getränkehandels zukommt. Dabei steht unter anderem die Digitalisierung der Lieferkette und eine nachhaltigere Auslieferung auf der Agenda.

Visionen für die Zukunft

Wie ein positiver Blick in die bevorstehende Zeit gelingen kann, veranschaulichte im Anschluss Dr. Daniel Dettling in seinem Vortrag „Zukunftswende – Wie wir die Epoche der Krisen meistern“. Der Zukunftsforscher und Gründer der Denkfabrik Institut für Zukunftspolitik sprach in seinem Impulsvortrag von dem Leben in einer Zeit des stetigen Wandels, von Megatrends und ineinanderlaufenden Krisen. Während die Lebenserwartung der Bevölkerung steigt, nimmt auch die Anzahl der Klimakatastrophen zu – wie es in diesem Sommer bereits zu beobachten ist. Doch wie können wir trotz unsicherer Zeiten trotzdem positiv in die Zukunft blicken? In Dettlings Vortrag wurde eines ganz deutlich: Wir können aus jeder Krise etwas lernen und resilienter daraus hervorgehen. Die eigentliche Herausforderung ist laut dem Politikexperten, die stetige Anpassung an neue Herausforderungen. Was dabei hilft, ist der sogenannte kritische Optimismus. Also ein positiver Blick in die Zukunft, in dem dennoch Gegebenheiten hinterfragt werden, um aus ihnen zu lernen.

An den inspirierenden Vortrag anschließend tauschten sich die Teilnehmenden bei einem Get-together und Kommunikationsabend aus. Im Auditorium des Ballhausforums waren über 35 Präsentationsstände von unterschiedlichen Industriepartnern aufgebaut.

Erste Rednerin am darauffolgenden Vormittag war Prof. Dr. Anabel Ternés, Autorin und Professorin für Kommunikationsmanagement sowie geschäftsführende Direktorin des Berliner SRH-Instituts für Nachhaltiges Management. Sie machte in ihrem Vortrag „Nachhaltiges Leadership als Erfolgsfaktor: Groß denken, durchstarten und gemeinsam zum Ziel“, ähnlich wie Daniel Dettling deutlich, dass Routinen und liebgewonnene Angewohnheiten zunehmend durch Veränderungen und Krisen „durchgeschüttelt“ werden. Die erfolgreiche Speakerin setzt sich aktiv für den Umweltschutz ein und gab den Teilnehmenden den Apell, stetiges wirtschaftliches Wachstum zu überdenken. Die Werte „höher, schneller, weiter“ stünden in einer direkten Konkurrenz zum Umweltschutz. Dabei erläuterte sie, wie wichtig es sei, bestehende Strukturen aufzubrechen – um auch nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Erde zu bieten. In ihrem Beitrag ludt Ternés die Anwesenden dazu ein, mit ihr durch drei Unternehmensbrillen zu blicken. Insbesondere bei betrieblichen Veränderungen sei es besonders wertvoll, Mitarbeitende von Anfang an einzubeziehen und ihnen eigene Entwicklungspotenziale zuzugestehen. Auch kleine Schritte und Anfänge können zu etwas Größerem werden und zur Gestaltung einer nachhaltigen und klimafreundlichen Zukunft beitragen – im Einklang mit Wirtschaft und Natur.

Exklusive Studienergebnisse zum Konsumverhalten in der Getränkebranche

Um die Zukunft ging es auch im anschließenden Auftritt von Sabine Rogg. Die Direktorin für Trends und Strategien beim Trendbüro hatte exklusive Studienergebnisse im Gepäck: In ihrem Vortrag stellte sie die vom BV GFGH in Auftrag gegebene Befragung zum Konsum- und Einkaufsverhalten bei Getränken vor. Direkt zu Beginn machte sie die Zuhörerinnen und Zuhörer auf einen spannenden Widerspruch aufmerksam. Der Schutz des Planeten war vielen Befragten wichtig, dennoch sollen Produkte möglichst billig und jederzeit verfügbar sein. Insbesondere das Bedürfnis nach Regionalität, Nachhaltigkeit und Mehrwegverpackungen steigt bei Konsumenten weiter an. Das verdeutlichen auch nachfolgende Ergebnisse: Knapp 66 Prozent der Befragten finden es sehr wichtig, dass Mehrwegverpackungen bei mehreren Einzel- oder Großhändlern zurückgegeben werden können. Und sogar 85 Prozent der Teilnehmenden würden Getränke in Mehrwegverpackungen im Discounter einkaufen – wenn sie vorhanden sind. Insbesondere bei der jüngeren Zielgruppe werden Unterschiede deutlich: So fokussiert sich die Generation Z beim Konsumverhalten vor allem auf Inhaltsstoffe, trinkt im Schnitt weniger Alkohol und achtet beim Kauf auch auf den Look eines Produkts. Zudem stehen sowohl der Genuss als auch eine Reduzierung von Zucker hoch im Kurs.

Best Practice: Wie Nachhaltigkeit im Getränkehandel gelingt

Wie umweltfreundliches Wirtschaften im Getränkehandel tatsächlich aussehen kann und täglich umgesetzt wird, erläuterte Maria Blume, Leiterin der Stabsstelle Nachhaltigkeit der Getränke Hoffmann GmbH. In dem abschließenden Beitrag des Vortragsteils zum Thema „Nachhaltige Getränkewirtschaft“ unterschied sie in der Nachhaltigkeitsstrategie von Getränke Hoffmann zunächst drei Dimensionen der Nachhaltigkeit und betonte die Wichtigkeit der wirtschaftlichen und sozialen Komponente. Bei der Umsetzung der Strategie priorisierte sie zunächst Themen und ging diese im Unternehmen Schritt für Schritt an. Eines wurde besonders deutlich: Wenn gemeinsam an einem Strang gezogen wird, es eine funktionierende Organisation gibt und der Wille besteht, die identifizierten Ziele umzusetzen, ist es einfach, Nachhaltigkeit in einem Unternehmen zu leben und umzusetzen.

Hier finden Sie Galerien mit Impressionen der Veranstaltung (© Jan Düfelsiek Photography)

Pressemitteilung – „Mehrwertsteuererhöhung ist falsches Signal“

Pressemitteilung – „Mehrwertsteuererhöhung ist falsches Signal“

Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e. V. (BV GFGH) kritisiert geplante Aufhebung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes in der Gastronomie und warnt vor weitreichenden Auswirkungen auf verwandte Branchen

Düsseldorf, 13.09.2023 | Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) äußert ernsthafte Bedenken hinsichtlich der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung in der Gastronomie, die von der Bundesregierung zum 1. Januar 2024 geplant ist. Diese Maßnahme, die den bisher reduzierten Mehrwertsteuersatz wieder von 7 auf 19 Prozent erhöhen soll, könnte nicht nur die Gastronomiebranche schwer treffen, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf verwandte Branchen haben.

Die Gastronomie in Deutschland hat in den vergangenen Jahren aufgrund der wirtschaftlichen Turbulenzen – unter anderem durch die Corona-Pandemie und aktuell hohe Inflation – bereits erhebliche Herausforderungen bewältigen müssen. Eine der Maßnahmen zur Unterstützung dieser Branche war die temporäre Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent für Speisen. Diese Reduzierung trug dazu bei, die wirtschaftliche Belastung der Gastronomen zu mildern und den Verbrauchern akzeptable Preisgestaltungen für das gastronomische Angebot zu bieten. Auch der Getränkebranche hat die Herabsetzung des Mehrwertsteuersatzes geholfen – trotzdem die 19 Prozent Mehrwertsteuer für Getränke blieben. „Für den Getränkefachgroßhandel sind die Gastronomen ein wesentlicher Handelspartner. Schwächelt die Gastro, schwächelt auch unsere Branche – wir sind eng miteinander verzahnt. Wir halten die Erhöhung der Mehrwertsteuer in der aktuellen Situation für ein völlig falsches Signal“, erklärt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH. Er befürchtet: „Die Akzeptanz der Verbraucherinnen und Verbraucher könnte gegenüber der Gastronomie sinken, werden die Preise durch die wieder erhöhte Mehrwertsteuer unweigerlich ansteigen. „Wenn wir es nicht schaffen, die Gastronomie wirtschaftlich und für Gäste attraktiv zu halten, ist ein Objektsterben die logische Folge.“

Auch Zulieferer und Zulieferbetriebe des Getränkefachgroßhandels, die einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze aus der Belieferung von Restaurants, Cafés und Bars beziehen, seien betroffen. Steigende Kosten in der Gastronomie würden weniger Abverkäufe und damit reduzierte Bestellungen im Getränkefachgroßhandel nach sich ziehen. Eine entsprechende Entwicklung führe mittelfristig zu ernsthaften Herausforderungen für die Branche und bedrohe Arbeitsplätze.

„Und die Spirale würde sich schlimmstenfalls weiterdrehen“, so Reinsberg. Denn eine schwächelnde Gastronomie habe auch Auswirkungen auf die Innenstädte. Diese sind wichtige Standorte für Gastronomiebetriebe und spielen somit eine zentrale Rolle in der Belebung und Attraktivität von Innenstädten. Wenn jedoch aufgrund höherer Preise und geringerer Nachfrage Gastronomiebetriebe schließen oder weniger frequentiert werden, könnten Innenstädte an Vitalität und Anziehungskraft verlieren. Dies schlage in negativem Maße auf Einzelhändler, Immobilienbesitzer und die gesamte Wirtschaft in den Stadtzentren durch. „Zwar sind die Folgen sicherlich nicht unmittelbar nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer zu spüren und ganz sicher auch nicht allein auf diese zurückzuführen“, betont Reinsberg, „wir fordern aber ein gewisses Maß an Sensibilität im Umgang mit einer Erhöhung und einen ganzheitlichen Blick der Politik auf dieses Thema.“

Angesichts der weitreichenden Effekte, die diese geplante Mehrwertsteuererhöhung auf die Gastronomie und die mit ihr verbundenen Branchen haben könnte, fordert der BV GFGH die Bundesregierung nachdrücklich auf, alternative Lösungen zu prüfen, um die Branche zu unterstützen, ohne die gesamte Wirtschaftsstruktur zu gefährden.

 

Pressemitteilung – „Gerät das deutsche Mehrwegsystem durch EU-Pläne ins Wanken?“

Pressemitteilung – „Gerät das deutsche Mehrwegsystem durch EU-Pläne ins Wanken?“

ReUse Conference 2023 in Brüssel setzt den Entwurf der „Packaging and Packaging
Waste Regulation“ (PPWR) auf die Agenda – der weitreichende Folgen für das deutsche
Getränke-Mehrwegsystem hätte, wenn er nicht in Teilen angepasst wird

Düsseldorf, 06.06.2023 | Die „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR) der
EU sieht in ihrem Entwurf eine für alle 27 Mitgliedstaaten verbindliche Mehrwegverordnung
vor. Nach Auffassung des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels
e. V. (BV GFGH) gehe die PPWR damit auch grundsätzlich wichtige und unterstützenswerte
Zielsetzungen und Meilensteine für den Umwelt- und Klimaschutz an: Mehrweg
stärken, Ressourcenverbrauch senken und Recyclingfähigkeit von Verpackungen verbindlich
vorschreiben. Aber, so betont Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV
GFGH: „Die Vorgaben der PPWR in ihrem jetzt vorliegenden Entwurf würden das Aus für
das deutsche und alle anderen bestehenden europäischen Mehrwegsysteme bedeuten.“

Deutsches Mehrwegsystem aufrechterhalten
Am 8. Juni 2023 findet die ReUse Conference in Brüssel statt. Dort diskutieren unter anderem
Vertreterinnen und Vertreter der deutschen und europäischen Getränkewirtschaft mit
Mitgliedern des Europäischen Parlaments und der Europäischen Kommission über die
Chancen, aber eben auch Risiken der PPWR. Die Veranstaltung wird unter anderem von
der Deutschen Umwelthilfe und der CEGROBB (European Federation of Associations of
Beer and Beverages Wholesalers), deren Mitglied der BV GFGH ist, organisiert. „Es hat
für uns oberste Priorität, das deutsche Mehrwegsystem zu schützen und damit ein funktionierendes
und vorbildliches System aufrecht zu erhalten, das ein Paradebeispiel für Effizienz
und Nachhaltigkeit ist“, sagt Dirk Reinsberg. Entsprechend wichtig seien die Gespräche
in Brüssel für die Getränkewirtschaft.

PPWR-Entwurf bedarf weiterer Konkretisierung
Die jüngste Klarstellung der Europäischen Kommission und damit einhergehende Konkretisierung
einiger Punkte begrüßt der BV GFGH. Unter anderem wird betont, dass bestehende
erfolgreiche Wiederverwendungssysteme – wie zum Beispiel für Getränkeflaschen
in Deutschland – anerkannt würden. „Das ist elementar wichtig für uns!“, so Reinsberg.

Dem BV GFGH und weiteren deutschen Verbänden der Getränkewirtschaft geht das jedoch
noch nicht weit genug. Der PPWR-Entwurf würde nach wie vor zahlreiche Positionen
zu ungenau und deutlich zu Lasten des deutschen Mehrwegsystems führen. „Dabei stellen
wir den Entwurf für das PPWR keinesfalls in Gänze in Frage – immerhin beinhaltet er
sehr wichtige Ansätze zum Aufbau eines Mehrwegsystems für die europäischen Länder, in
denen es bisher gar kein Mehrwegsystem gibt“, so Reinsberg. „Wir fordern eine Anpassung
des derzeitigen PPWR-Entwurfes.“

Neben der Anerkennung bestehender Mehrwegsysteme spielt er damit unter anderem an
auf die Vorgabe, Mehrwegverpackungen müssten mit einer dauerhaft angebrachten Kennzeichnung
versehen werden. „Das ist für die in Deutschland im Umlauf befindlichen Mehrwegflaschen
einfach in der Form nicht umsetzbar – und sie müssten vernichtet werden.“
Hier habe die Kommission zwar bereits verlauten lassen, dass das in Deutschland gängige
System mit ablösbaren Etiketten weiterhin zulässig sein wird, der BV GFGH fordert
jedoch eine eindeutige Klarstellung im Gesetzestext, dass bestehende Mehrwegsysteme
(Mehrwegverpackungen) von dieser Regelung aktuell und zukünftig ausgeschlossen sind.

Auch in puncto Organisationsstruktur von Pfandsystemen steht Dirk Reinsberg den dahingehend
geplanten Anforderungen der PPWR kritisch gegenüber. „Hier werden im Gesetzentwurf
Vorgaben genannt, die zwar auf den ersten Blick hilfreich sein können. Auf den
zweiten Blick offenbaren sie aber an entscheidenden Punkten Nachteile für bestehende
Mehrwegsysteme.“ Er spielt damit auf die geforderte Einführung von sogenannten Governance-
Strukturen für Pfandsysteme an, die das deutsche Getränke-Mehrwegsystem, welches
heute einem sogenannten Handelsbrauch folgt, vor kaum lösbare Herausforderungen
stellen würde. Letztendlich würde das System dadurch nicht gewinnen, das gewünschte
Ziel, Abfall zu vermeiden, nicht schneller oder besser erreicht werden, sondern
stattdessen zu mehr Bürokratie und Kosten führen.

• Pressemitteilung „Vorschlag der EU-Kommission gefährdet Mehrwegsystem“
• Über BV GFGH: www.bv-gfgh.de
• Über die ReUse Conference 2023: https://www.duh.de/projekte/reuse-conference-
2023/

„Vorschlag der EU-Kommission gefährdet deutsche Mehrwegsysteme“ – Pressemitteilung zur PPWR

„Vorschlag der EU-Kommission gefährdet deutsche Mehrwegsysteme“ – Pressemitteilung zur PPWR

Verbände dringen auf Korrektur der geplanten Verpackungsverordnung

Berlin/Brüssel, 26. Mai 2023. Mit einer für alle 27 Mitgliedstaaten verbindlichen Verordnung will die EU die wachsende Flut des Verpackungsmülls in Europa eindämmen und die Kreislaufwirtschaft stärken. Ein ehrgeiziges Vorhaben, das die richtigen Ziele setzt: Mehrweg stärken, den Ressourcenverbrauch senken und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen verbindlich vorschreiben – wichtige Meilensteine für den Umwelt- und Klimaschutz.

An einer entscheidenden Stelle jedoch fördert der Entwurf der „Packaging and Packaging Waste Regulation“ (PPWR) nicht den Umweltschutz, sondern hebelt ihn auf absurde Weise aus: Obwohl die Stärkung von Mehrwegsystemen gerade auch im Bereich der Getränkewirtschaft das erklärte Ziel der geplanten EU-Verordnung ist, werden bereits etablierte erfolgreiche und seit Jahrzehnten funktionierende Mehrwegsysteme durch die vorgesehenen Regelungen in ihrer Existenz gefährdet.

In Deutschland hatten Brauereien und Mineralbrunnen schon vor über 70 Jahren damit begonnen, eigene Mehrwegsysteme aufzubauen, die bis heute bestehen. Allein die 1.500 überwiegend handwerklichen und mittelständischen Brauereien in Deutschland haben aktuell etwa vier Milliarden Mehrwegpfandflaschen im Umlauf und erreichen damit einen Mehrweganteil von ca. 80 Prozent. Ausgerechnet solche bewährten umweltfreundlichen Verpackungssysteme im Bereich der mittelständisch geprägten Getränkewirtschaft werden nun durch die PPWR-Pläne gefährdet – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Staaten der EU. Und dies, obwohl das Ziel der Regulierung eigentlich eine klare Stärkung von Mehrweg ist.

Vier Beispiele, die zeigen, wie widersprüchlich die Pläne der EU-Kommission sind:

Deutschland als größte Volkswirtschaft der EU unterhält eine Vielzahl höchst unterschiedlicher, aber erfolgreicher und umweltfreundlicher Mehrwegsysteme – von den offenen Flaschenpools der Brauereien bis hin zum geschlossenen und gesteuerten Pool der Genossenschaft Deutscher Brunnen. Die Mehrwegquoten in Deutschland liegen seit Jahrzehnten weit oberhalb der von der EU für 2040 vorgesehenen Zielquoten. Die Rücklaufquoten von Mehrwegflaschen und -kästen setzen mit nahezu 99 Prozent europaweit den Maßstab für erfolgreiche Mehrwegsysteme. Die EU will nun allen Mehrwegsystemen in Europa eine einheitliche, zentralistische Verwaltungsbürokratie vorschreiben und eine Vielzahl fragwürdiger Vorschriften überstülpen – ein kompliziertes Regelwerk, das für die Kreislaufwirtschaft in Deutschland mit Milliarden-Investitionen verbunden wäre, ohne einen ökologischen Mehrwert zu bieten, und das funktionierende Mehrwegkreisläufe in der Fläche zerstören würde.

Im Rahmen neuer Deklarationspflichten wird eine „dauerhaft angebrachte Kennzeichnung“ von Mehrwegverpackungen gefordert – im deutschen Mehrwegsystem, wo seit jeher mit abwaschbaren Etiketten gearbeitet wird, würde dies den Weiterbetrieb der erfolgreichen Systeme unterbinden und auf eine vollständige Vernichtung der existierenden Mehrwegflaschen- und Kastenpools hinauslaufen, weil diese dann künftig nicht mehr genutzt werden dürften, obwohl sie noch viele Jahre im Einsatz sein könnten.

Den Leerraumanteil zu begrenzen, also die Luft in Transportverpackungen, mag mit Blick auf den Versandhandel sinnvoll sein – übertragen auf Wasser- oder Bierkästen würde die von Brüssel geplante Regulierung jedoch den Transport und die Lagerung von Mehrwegflaschen künftig unmöglich machen. Nur einer von vielen Punkten, an denen eine gut gemeinte Regelung weit übers Ziel hinausschießt. Offenbar hat man dabei vergessen, dass die Rückführung im leeren Zustand ein wesentliches Merkmal von Mehrwegverpackungen ist.

Die im deutschen Verpackungsgesetz verankerte Rücknahmepflicht für Mehrwegverpackungen durch Letztvertreiber, die als eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Betrieb von Mehrwegsystemen gilt, ist in der PPWR hingegen nicht vorgesehen. Stattdessen werden die – in Deutschland nicht vorhandenen –  Systembetreiber verpflichtet, für die Rücknahme zu sorgen, ohne dass erkennbar wird, wie dies erfolgen soll.

Die Verbände der Getränkewirtschaft haben sich im Mai 2023 in einem gemeinsamen Schreiben an Mitglieder des Europäischen Parlaments gewandt, um auf den drohenden Kollateralschaden der PPWR für die umweltfreundlichen Mehrwegsysteme hinzuweisen. Die unterzeichnenden Verbände repräsentieren einige der ältesten und erfolgreichsten Mehrwegsysteme in der Europäischen Union, die nun durch bürokratische Überregulierung akut gefährdet werden. Welche ökonomischen und ökologischen Folgen ein Kollaps der nationalen Mehrwegsysteme gerade im Getränkesektor für Deutschland nach sich ziehen würde, haben die Verbände mehrfach auch im Dialog mit der Bundesregierung deutlich gemacht.

„Wir sehen den positiven Ansatz, den die EU-Kommission mit ihrem Verordnungsentwurf verfolgt. Als Vertreter aller Stufen der Mehrweg-Lieferketten unterstützen wir ausdrücklich das Ziel, Mehrweg zu fördern und zu stärken. Mehrwegsysteme leisten einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz und damit zu den Zielen des Green Deal“, heißt es in dem Verbändeschreiben an das Europäische Parlament, das dieser Tage über die Vorschläge der Kommission beraten hat. Wenn es die Politik wirklich ernst meine mit der Förderung und dem Ausbau der Kreislaufwirtschaft, dürfe sie aber nicht jene Unternehmen bestrafen, die seit Jahrzehnten in funktionierende Mehrwegsysteme investieren, warnen die Verbände. „Wir appellieren, alles zu unterlassen, was erfolgreiche bestehende Systeme in ihrer Existenz gefährdet.“ Die vor vielen Jahren in Deutschland und auch anderen Staaten der EU etablierten Mehrweglösungen seien durch intelligente, individuelle Lösungen groß und erfolgreich geworden – sie lassen sich nicht nachträglich in bürokratische Schablonen pressen. Die Forderung der Mehrweg-Verbände: „Erfolgreich etablierte und funktionierende Mehrwegsysteme in den Ländern Europas müssen durch einen garantierten unbefristeten Bestandsschutz gesichert werden. Gefährdet die Europäische Union durch eine unbedachte Umweltpolitik ausgerechnet die Zukunft von Mehrweg, macht sie sich unglaubwürdig.“

 
CEGROBB-Generalversammlung in Brüssel

CEGROBB-Generalversammlung in Brüssel

Am 11. und 12. Mai trafen sich die Vertreter*innen von sechs europäischen GFGH-Verbänden, um gemeinsam über internationale Chancen und Herausforderungen des Getränkefachgroßhandels zu diskutieren und gesammelte Erfahrungen in den einzelnen Ländern auszutauschen. Die diesjährige Generalversammlung der CEGROBB fand in Brüssel statt.

Diskutiert wurden u. a. verbandsinterne Themen. Michel Haelterman (Belgien) und Rafael Perez Rivero (Spanien) wurden als Präsident und Vizepräsident bestätigt. Das neue Corporate Design und der neue Internetauftritt wurden von der Arbeitsgruppe vorgestellt und verabschiedet. Wichtiges Thema auf der Agenda war der Entwurf zur Europäischen Verpackungsverordnung (Packaging & Packaging Waste Regulation (PPWR)) und seine Auswirkungen für das Mehrwegsystem in Deutschland und Europa – die Zeit drängt. Unter dem Thema „Best Practice“ standen Betriebsbesichtigung der belgischen Kollegen auf der Agenda. Besichtigt wurde das Unternehmen von Michel Haelterman, HLS Ternant sowie das von Marc De Keyzer, Keyzer Drinks.

Foto: BV GFGH – v. l. n. r.: Dirk Reinsberg – BV GFGH (DE); Antonio Portaccio – ITALGROB (IT); Jose Manuel Fernandez Echevarria – Fedis Horeca (ES); Jef Keersmaekers – Berater FEBED (BE); Rafael Perez Rivero – Vizepräsident CEGROBB; Pascal Homberger – Generalsekretär CEGROBB; Michel Haelterman – Präsident CEGROBB; Jean-Jaques Mespoulet – FNB (FR); Guy Dewulf – FEBED (BE) und Radia Mercha – FNB (FR).

Foto: BV GFGH – CEGROBB-Vorstand v. l. n. r.: Rafael Perez Rivero – Vizepräsident; Pascal Homberger – Generalsekretär sowie Michel Haelterman – Präsident CEGROBB