GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 – Alle Jahre wieder: Klassentreffen der Getränkebranche bei GGH

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 – Alle Jahre wieder: Klassentreffen der Getränkebranche bei GGH

Fotos: © BV GFGH/Jan Düfelsiek

„GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. hat sich zu dem führenden Branchen-Happening entwickelt“, sagte Dirk Reinsberg im Vorfeld der Veranstaltung. Und er sollte Recht behalten: Über 600 Gäste, 33 Präsentationsstände sowie acht Referentinnen und Referenten in fünf hochklassigen Vorträgen untermauern diese Einschätzung. Beim Kommunikationsabend war den Teilnehmenden die Freude über diese Veranstaltung deutlich anzumerken.

Auch die #NetzwerkJunioren des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels trafen sich erneut im Vorfeld des Events. Dabei stand die gegenseitige Vernetzung und das „voneinander lernen“ im Fokus. Das Haus der Deutschen Geschichte in Bonn bot der jungen Generation spannende Eindrücke.

Turnusgemäß startete GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 für die Mitglieder des Verbandes mit der internen Mitgliederversammlung. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dirk Reinsberg machte Beiratsvorsitzender Eric Boecken deutlich: Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, Deutschland befindet sich in der Rezession und auch 2026 wird voraussichtlich von Stagnation geprägt sein. Der Bierabsatz verzeichnet den stärksten Rückgang seit 1993 – für viele eine echte Zäsur. Auch Wein und Spirituosen sind rückläufig. Mineralwasser bleibt hingegen Durstlöscher Nummer eins in Deutschland und auch die Kampagne „Pro Mineralwasser“ in der Gastronomie wird konsequent fortgeführt. Klar ist: Die Branchenlandschaft wird sich verändern – und genau deshalb gilt es, Chancen aktiv zu nutzen. Der Getränkefachgroßhandel hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er wandlungsfähig ist.

Zu den strategischen Schwerpunkten zählen:

  • die Weiterentwicklung von Mehrweg-Dienstleistungen,
  • die politische Arbeit rund um PPWR und Verpackungsdurchführungsgesetz,
  • intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern,
  • sowie der Ausbau des neuen BV GFGH Kompetenzzentrums.

Eine vorgestellte Umfrage zum Thema Mehrweg-Littering zeigte zudem: Viele Städte sehen kein relevantes Littering-Problem bei Mehrweg-Glasflaschen. Mehrweg bleibt damit ein zentraler Baustein nachhaltiger Getränkelogistik.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung führte Dirk Reinsberg durch die Tagesordnung. Neben Regularien, Jahresabschlüssen sowie der Entlastung von Beirat und Vorstand standen auch Wahlen auf dem Programm: Frank Hartung und Lisa Behn wurden einstimmig als KassenprüferInnen wiedergewählt. Dem ehemaligen und langjährigen Kassenprüfer Hermann J. Schreiber wurde ausdrücklich für sein jahrzehntelanges Engagement gedankt.

Auftakt mit Auszeichnung und starkem Bekenntnis zu Mehrweg 

Die Preisverleihung „Deutschlands beste Getränkehändler“ eröffnete den offiziellen Teil von GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. in diesem Jahr. In Kooperation mit der Rundschau für den Lebensmittelhandel wurden herausragende Konzepte in den Kategorien Getränkefachmarkt (Getränkehaus Plöchl, Weiden), Weinwelt (Kaufland Steinheim an der Murr) und Filialkonzept (FRISTO SE, Buchloe) prämiert – bewertet nach Sortimentsleistung, -pflege, Gestaltung und Gesamterscheinungsbild.

In seiner anschließenden Eröffnungsrede betonte Dirk Reinsberg die gewachsene Bedeutung von GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. als Plattform für Austausch, Impulse und strategische Orientierung. Ein besonderer Dank galt den Ausstellern und Sponsoren für ihre langjährige Partnerschaft des Kommunikationsabends.

Inhaltlich stand ein Thema klar im Mittelpunkt: Mehrweg. Es ist die Grundlage eines erfolgreichen Geschäftsmodells im Getränkefachgroßhandel – ökologisch wie ökonomisch. Entscheidend ist die systematische Vernetzung entlang der gesamten Supply Chain. Abfallvermeidung durch Wiederverwendung bleibt die zukunftsfähigste Lösung. Seit über 20 Jahren steht das Mehrwegzeichen für eine deutsche Erfolgsgeschichte – getragen von regionalen wie nationalen Marken.

Gleichzeitig wurde die angespannte wirtschaftspolitische Lage deutlich benannt: Rezession, steigende Insolvenzen, hohe Energiepreise, stockende Digitalisierung und zunehmende Bürokratie belasten viele mittelständische Betriebe erheblich. Klare Forderung der Branche: verlässliche Rahmenbedingungen, strukturelle Reformen und spürbare Entlastungen.

Digitalisierung und KI: Vom Experiment zur strategischen Kompetenz 

Am Donnerstagabend setzte Digitalökonomin Katrin-Cécile Ziegler einen starken Impuls für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Die Digitalisierung im Getränkefachgroßhandel ist derzeit noch heterogen – gleichzeitig verfügen die Unternehmen über ausgeprägte Risiko-Intelligenz und damit gute Voraussetzungen für strategische Transformation.

Ihre Botschaft: Daten werden nur besser, wenn man beginnt die KI zu nutzen und mit ihr experimentiert. KI ist kein disruptives Großprojekt, sondern ein Instrument zur Unterstützung bestehender Entscheidungsprozesse. Besonders stark ist sie bei Mikroentscheidungen – beim Erkennen von Mustern, beim Systematisieren von Erfahrungswissen und bei Marktvergleichen. Voraussetzung sind eine konsistente Datenbasis, klare Zielsetzungen, Transparenz und eine Unternehmenskultur, die Lernen ermöglicht.

Anschließend bot sich den Teilnehmenden der Veranstaltung viel Zeit zum gemeinsamen Austausch und Netzwerken beim Kommunikationsabend. Es ist schön zu sehen, wie positiv und ausgelassen die Branche miteinander ins Gespräch kommt. Das macht Mut für die Zukunft.

Galerien mit Impressionen der gesamten Veranstaltung finden Sie am Ende des Beitrags.

Am nächsten Morgen knüpfte Pascal Salmen, Geschäftsführer der KI-Plattform acto GmbH, inhaltlich und praxisnah an den Vortrag von Katrin-Cécile Ziegler an und zeigte, wie KI im Vertriebsalltag konkret eingesetzt werden kann. Seine Botschaft: 44 Prozent der Außendienstler gehen in den kommenden 15 Jahren in den Ruhestand – mit ihnen droht wertvolles Erfahrungswissen verloren zu gehen. KI kann helfen, dieses implizite Wissen zu sichern, Chancen sichtbar zu machen und Vertrieb strategisch zu stärken. Der Außendienst bleibt zentral – wird jedoch datenbasiert unterstützt.

Neue Konsumrealitäten und veränderte Kundenbedürfnisse 

Mit seinem Vortrag „Zwischen Kiste und Kontext“ zeigte Marketing-Experte Dr. Uwe Lebok von KONTEXT + ANALYSE eindrucksvoll, wie stark sich Getränkeindustrie und Getränkefachgroßhandel im Wandel befinden – und warum wir neue Kunden gewinnen müssen, wenn andere verloren gehen. Mit Blick auf die statistische Erhebung im Sachon-Barometer wurde deutlich, dass der Konsum von Alkohol zurückgeht. Die Trinkanlässe bleiben weiterhin bestehen. Alkoholfreies Bier wächst dynamisch, Mineralwasser legt zu, klassische Bier- und Weinsegmente sind rückläufig. 82 Prozent der Konsumenten achten auf zuckerreduzierte Produkte. Die Gen Z konsumiert situativ, funktional und weniger traditionsgebunden – sie sucht Inspiration.

Für den Getränkefachgroßhandel bedeutet das: Es reicht nicht mehr, nur Kisten zu bewegen. Entscheidend ist, Konsumkontexte aktiv mitzugestalten.

Nachhaltigkeit bleibt wirtschaftlich relevant 

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelingen? Dieser Frage widmete sich die hochkarätig besetzte Runde mit Dr. Axel Kölle (Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung), Markus Frieben (Nachhaltigkeitsbeauftragter bei Borussia Mönchengladbach), Thomas Nuhn (Geschäftsführer trinkkontor) und Stefan Kauß (Leiter Nachhaltigkeit bei Bitburger Braugruppe) – mit spannenden Einblicken aus Industrie, Großhandel und Profifußball.

Ja, es stimmt: Nachhaltigkeit hat in der öffentlichen Wahrnehmung zuletzt an Präsenz verloren – ist aber wirtschaftlich relevanter denn je. Gerade regulatorische Vorgaben erhöhen den Handlungsdruck entlang der gesamten Lieferkette. Beim Getränkefachgroßhändler trinkkontor wird Nachhaltigkeit strategisch für alle Standorte gedacht – mit konkretem Ziel- und Maßnahmenplan. Mitarbeitende werden aktiv eingebunden, digitale Tools wie AI Sales oder AI Beverage sorgen für Transparenz und wirtschaftlichere Prozesse. Ein wichtiger Nebeneffekt: Nachhaltigkeit stärkt die Mitarbeiterbindung und -gewinnung spürbar.

Ein besonderes Praxisbeispiel lieferte Markus Frieben von Borussia Mönchengladbach: Nachhaltigkeit wird im Club interdisziplinär gedacht – auf dem Platz wie in der Geschäftsstelle. Täglich ist eine Schulklasse zur gesellschaftspolitischen Bildung zu Gast. Nachhaltige Partnerschaften, etwa mit Bitburger, werden sichtbar gelebt – zum Beispiel im „Bitburger Blühgarten“ am Stadion.

Die Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit funktioniert dann besonders wirksam, wenn Industrie, Großhandel und Anwender eng zusammenarbeiten. Gerade der Getränkefachgroßhandel spielt dabei als Bindeglied eine entscheidende Rolle.

Zukunftstrends waren Teil von GGH 

Zum Abschluss unseres Branchenevents richtete Marktforscher und Geschäftsführer des IFH Köln, Dr. Kai Hudetz den Blick auf das Kaufverhalten der Zukunft: Viele Verbraucher befinden sich im Krisenmodus. Gleichzeitig wächst der Online-Handel, Social Media prägt Kaufimpulse und für fast die Hälfte der Konsumenten beginnt die Customer Journey digital. Wer online nicht sichtbar ist, findet in der Kaufentscheidung nicht statt. Preis-Leistungs-Führerschaft bedeutet heute: Bequemlichkeit, Inspiration, Verfügbarkeit und digitale Präsenz strategisch zu verbinden.

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren – ob auf der Bühne oder im Publikum. Es war uns eine große Freude!

 

Schon jetzt im Kalender vormerken: GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2027 findet am 22. & 23. Februar im INFINITY Hotel & Conference Resort Munich in Unterschleißheim bei München statt.

 

Hier finden Sie Galerien mit Impressionen der Veranstaltung (© BV GFGH/Jan Düfelsiek)

„GFGH vor tiefgreifendem Strukturwandel“ – Interview mit Dirk Reinsberg in Getränke News

„GFGH vor tiefgreifendem Strukturwandel“ – Interview mit Dirk Reinsberg in Getränke News

Branche steht vor Strukturwandel: BV GFGH gibt mit neu geschaffenem Kompetenzzentrum Lösungen an die Hand 

Steigende Kosten, rückläufige Mengen und ein anhaltender Strukturwandel setzen den Getränkefachgroßhandel unter Druck. Im Interview mit Getränke News erklärt unser geschäftsführender Vorstand Dirk Reinsberg, warum die Konsolidierung noch nicht abgeschlossen ist, wie sich das Geschäftsmodell verändert – und weshalb Unternehmensnachfolge zu einer der zentralen Zukunftsfragen der Branche geworden ist.

Dabei erläutert Reinsberg, dass der GFGH und der Getränkeeinzelhandel seit Jahren unter strukturellem Druck stünden. Steigende Kosten und ein verändertes Konsumverhalten prägen die wirtschaftliche Situation, eine schnelle Entspannung ist nicht absehbar. Entsprechend angespannt ist die Lage in vielen Betrieben. Gleichzeitig gibt es insbesondere im gastronomieorientierten Getränkefachgroßhandel und im Getränkefachhandel weiterhin Chancen. Diese liegen vor allem in einer großen Dienstleistungstiefe und einer breiten Sortimentsvielfalt, mit denen sich zusätzliche Potenziale erschließen lassen.

Gestiegene Kosten und sinkende Absätze 

Zu den größten Herausforderungen zählen weiterhin steigende Kosten, insbesondere für Energie und bei den Löhnen. Zwar liegt die Inflationsrate inzwischen wieder bei rund zwei Prozent, dennoch haben die Unternehmen in der Branche erhebliche Kostensteigerungen zu bewältigen. Gleichzeitig ist eine spürbare Kaufzurückhaltung zu beobachten.

Die Versorgung des Außer-Haus-Marktes war über viele Jahrzehnte ein tragfähiges Geschäftsmodell und bleibt dies grundsätzlich auch weiterhin. Allerdings setzt es heute eine deutlich größere Dienstleistungstiefe und Sortimentsvielfalt voraus. Neben Bier, Mineralwasser und Erfrischungsgetränken gehören inzwischen auch Wein und Spirituosen zum Standardangebot. Zudem werden weitere Segmente stärker nachgefragt. Das Geschäftsmodell des Getränkefachgroßhandels entwickelt sich deshalb weiter. Neue Anforderungen ergeben sich unter anderem aus dem Thema Verpackungen, insbesondere Mehrwegverpackungen, sowie aus dem Einsatz von Großgebinden in der Gastronomie. Daraus entstehen neue Dienstleistungsfelder, die es in der aktuellen Phase inhaltlich zu begleiten gilt, um entsprechende Leistungen aufbauen zu können.

Neues Angebot: Kompetenzzentrum für Unternehmensnachfolge und Zukunftsfähigkeit 

„Die Idee dazu ist unmittelbar aus dem Tagesgeschäft entstanden“, erklärt Dirk Reinsberg. Insbesondere die Nachfrage nach Begleitung, Unterstützung, fachlichem Rat und Expertise rund um das Thema Unternehmensnachfolge ist in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen. Viele Unternehmen stehen vor einem Generationenwechsel und suchen Orientierung. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, proaktiv zu handeln und uns bekannte Berater und Dienstleister aus unterschiedlichen Themenfeldern in einem Kompetenzzentrum zusammenzuführen.

„Unser Ansatz ist es, sowohl konkrete Nachfolgeprozesse zu begleiten als auch Unternehmen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, frühzeitig Impulse zu geben. Über die Verbandsplattform stehen zahlreiche Kontakte zur Verfügung, die weiterhelfen können. Wir verstehen uns dabei als Brücke, um Fragestellungen der Unternehmensnachfolge strukturiert zu tragfähigen Lösungen zu führen“, sagt Reinsberg.

Die Beraterinnern und Berater, mit denen der BV GFGH im Kompetenzzentrum zusammenarbeitet, sind seit vielen Jahren in der Getränkebranche tätig. Sie verfügen über eine ausgewiesene Expertise, kennen die spezifischen Herausforderungen der Branche und sprechen die Sprache der Unternehmen. Es handelt sich nicht um branchenfremde Anbieter, sondern um Fachleute, die ihre Erfahrung über Jahre hinweg in der Getränkewirtschaft aufgebaut haben und deshalb schnell und praxisnah unterstützen können. Weitere Experten mit entsprechender Branchenkompetenz sind ausdrücklich eingeladen, diesen Kreis zu ergänzen.

Das vollständige Interview aus den Getränke News vom 04.02.2026 können Sie hier lesen:

Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026

Branchenevent GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026

2026 trifft sich das Who is Who der Getränkebranche zu unserem Branchentreffen GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. im Maritim Hotel in Bonn.

Freuen Sie sich auf zwei spannende Veranstaltungstage mit hochkarätigen Vorträgen und Impulsen, einer exklusiven Ausstellung sowie einem Abend voller Networking und Austausch in kommunikativer Atmosphäre.

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026
am 26. & 27. Februar 2026
im Maritim Hotel Bonn
Kurt-Georg-Kiesinger-Allee 1
53175 Bonn
 

 

Unsere Aussteller & Sponsoren

 

Treffpunkt Mehrweg: Ein erfolgreiches und hilfreiches Format feierte Premiere

Treffpunkt Mehrweg: Ein erfolgreiches und hilfreiches Format feierte Premiere

Die Idee für den „Treffpunkt Mehrweg“ entstand – ganz pragmatisch – auf einer längeren Autofahrt zwischen Dirk Reinsberg und Torsten Hiller (LOGIPACK). Was als Gedanke begann, wurde am 18. und 19. November 2025 im Kongresszentrum Dortmund zu einer neuen, erfolgreichen Branchenplattform. Rund 270 Gäste und über 20 Aussteller bestätigten: Dieses Format trifft einen Nerv – und stärkt das Thema Mehrweg sichtbar.

Ein zentrales Element des Erfolgs war das starke Engagement des BV GFGH: Der Verband übernahm die komplette Pressearbeit und Social-Media-Kommunikation, entwickelte gemeinsam mit LOGIPACK das Programm und unterstützte die Veranstaltung zusätzlich finanziell. Der erste Treffpunkt Mehrweg zeigte eindrucksvoll die Dynamik der Branche. Die Kombination aus REUSE-Expo, Fachvorträgen und Talkrunden bot einen kompakten Überblick über Innovationen, Trends und Herausforderungen entlang der Mehrwertschöpfungskette. 

Inhaltliche Impulse durch Fachvorträge und Diskussionen

Parallel zur Expo bot der Treffpunkt Mehrweg seinen Gästen im Goldsaal ein hochkarätig besetztes Vortragsprogramm, das die relevanten Zukunftsthemen der Branche in den Blick nahm. Den Auftakt machte Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH, der in seinem Vortrag die zentrale Frage stellte: „Ist Mehrweg Zukunft – oder kann das weg?“ Seine Antwort war eindeutig: „An Mehrweg führt kein Weg vorbei. Die Abfallvermeidung durch Wiederverwendung ist die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Idee der Zukunft“. Er betonte, wie wichtig unternehmerische Weitsicht, Standardisierung, die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und ein verbindender Wille seien, um Mehrwegsysteme wirtschaftlich tragfähig zu halten. Gleichzeitig appellierte er an die Branche, stärker zusammenzuarbeiten und Synergien zu nutzen – ein Impuls, der von den Teilnehmenden mit viel Zustimmung aufgenommen wurde.

Es folgte ein breites Spektrum an Fachbeiträgen – unter anderem von Mario Benedikt, der die Bedeutung von Mehrweg im Getränkefachmarkt beleuchtete, sowie von Volker Lange vom Fraunhofer-Institut. Er zeigte auf, dass Verpackung mittlerweile zu den Top-4-Trendfeldern der Logistik zählt und großes Potenzial für Mehrweg birgt. Er machte deutlich, dass Standardisierung, digitale Transparenz und ein ganzheitlicher Blick auf Bestände, Bedarfe und Bewegungen entscheidend für erfolgreiche Mehrwegsysteme sind.

Mehrere anschließende Talkrunden vertieften die Themen und sorgten für angeregte Diskussionen – darunter Panels zu Synergiepotenzialen, logistischen Herausforderungen, Daten und Digitalisierung sowie Mehrweg im Fachmarkt.

Besonders eindrücklich waren die Einblicke von Claudia Patzwahl, Projektleiterin für Verpackungssteuer der Stadt Tübingen. Sie teilte ihre Erfahrungen, wie die kommunale Verpackungssteuer seit drei Jahren wirkt. Und tatsächlich: Die Verpackungssteuer wirkt als Mehrwegbooster. Der Anteil des Mehrwegangebots in Tübingen stieg um 90 Prozent an – das ist ein toller Erfolg!

Vernetzung, Diskussionen und ein starkes Signal für die Zukunft

Die zwei Tage in Dortmund machten deutlich: Mehrweg ist ein wirtschaftlich relevantes, technologisch dynamisches und gesellschaftlich wichtiges Zukunftsthema. Die vielen Begegnungen, der offene Austausch und die gemeinsame Arbeit an Lösungen sorgten für eine spürbare Aufbruchstimmung.

Der starke Zuspruch aller Teilnehmenden zeigt: Die Branche ist bereit, gemeinsam neue Wege zu gehen – und der Treffpunkt Mehrweg hat dafür das passende Format geschaffen.

 

Nachstehend finden Sie eine spannende Bildergalerie mit Impressionen der beiden Veranstaltungstage. 

Fotos: Jan Düfelsiek Photography
Zwischen Elefanten, Giraffen und Zapfhähnen: NetzwerkJunioren treffen sich in Leipzig

Zwischen Elefanten, Giraffen und Zapfhähnen: NetzwerkJunioren treffen sich in Leipzig

Das zweite NetzwerkJunioren-Treffen des Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels dieses Jahres, das in Kooperation mit GetränkeBizzNet organisiert wurde, fand am vergangenen Freitag in Leipzig statt. Die jungen Vertreterinnen und Vertreter der Getränkefachgroßhandelsbetriebe starteten den gemeinsamen Tag mit einer kompetenzorientierten Kurzvorstellung während der Busfahrt zur traditionsreichen Brauerei Ur-Krostitzer.

Im Rahmen einer spannenden Brauereivorstellung erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Markenwelt und Erfolgsstrategie von Ur-Krostitzer. Die Brauerei zeigte eindrucksvoll, wie ihre konsequente Markenführung und enorme Verbundenheit mit der Region zum Erfolg führen. Mit rund 1,3 Millionen Hektolitern Jahresproduktion ist Ur-Krostitzer das absatzstärkste Bier in der Region – ein Ergebnis starker Partnerschaften (unter anderem mit RB Leipzig) und kreativer Kampagnen wie „Wahre Helden“. Besonders der Fokus auf lokale Verwurzelung und gezieltes Marketing für die junge Zielgruppe faszinierte die Teilnehmenden. Es wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig die Identifikation der Kundschaft mit den Produkten ist. Das Bier wird von vielen Konsumentinnen und Konsumenten liebevoll „Uri“ genannt und der Verkauf von Merchandise-Artikeln erreichte im Jahr 2025 ein Rekordhoch.

Nach dem Exkurs in die Brauwelt referierte Max Huesch über die Chancen des Kombinierten Verkehrs im Getränkefachgroßhandel. Er betonte, dass Nachhaltigkeit und Effizienz zunehmend Schlüsselthemen der Logistik sind. Durch die Verbindung der Flexibilität des Lkw mit der Umweltfreundlichkeit der Bahn können CO₂-Emissionen signifikant gesenkt werden – ein Güterzug ersetzt bis zu 35 Lkw-Fahrten. Beispiele aus der Praxis, etwa die Kooperation zwischen der Radeberger Gruppe, Getränke Ziegler und Doktor Cargo, zeigten eindrucksvoll, dass innovative Transportlösungen nicht mehr nur Zukunftsmusik sind, sondern in der Branche bereits erfolgreich umgesetzt werden.

Konkrete Umsetzungsmodelle und weitere Impulse kamen von Norbert Durugy und Michael Schiekofer, die über aktuelle Entwicklungen im Markt und praxisnahe Herausforderungen des Getränkefachgroßhandels berichteten. Einig waren sich alle darin, dass eine nachhaltige Veränderung hin zum Kombinierten Verkehr nur funktioniert und sich rentiert, wenn in der Kooperation die Innovationen in der Supply Chain vorangetrieben werden.

Nach dem fachlichen Teil stand das gemeinsame Erleben im Mittelpunkt: Eine unterhaltsame Brauereiführung bot spannende Einblicke hinter die Kulissen der Ur-Krostitzer Produktion. Die Teilnehmenden staunten nicht schlecht, dass in einem vergleichsweise kleinen Brauhaus diese Mengen an Gerstensaft produziert werden. Das funktioniert auch aufgrund des 24/7 Schichtbetriebs im Unternehmen.

Den gemeinsamen Abend genossen die NetzwerkJunioren im Leipziger Zoo bei einer exklusiven Privatführung und ließen den Tag in entspannter Atmosphäre bei einem gemeinsamen Abendessen in der Kiwara Lodge mit angeregten Gesprächen ausklingen.

Mit frischen Ideen, praxisnahen Impulsen und einem starken Gemeinschaftsgefühl ging das Treffen zu Ende – voller Freude auf das nächste NetzwerkJunioren-Event Ende Februar bei GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. in Bonn.