KI, Marken und jede Menge Praxis: BV GFGH beim VDM-Marketingforum in Frankfurt

KI, Marken und jede Menge Praxis: BV GFGH beim VDM-Marketingforum in Frankfurt

alle Fotos: © VDM

Wie verändert Künstliche Intelligenz das Marketing? Was bedeutet sie für die Sichtbarkeit von Marken? Und wo kann KI schon heute ganz konkret unterstützen? Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich das VDM-Marketingforum in Frankfurt. Für den BV GFGH waren Kerstin Weigel und Nicolas Schiffler vor Ort – und nahmen nach einem intensiven Tag vor allem eines mit: Die Möglichkeiten von KI entwickeln sich rasant. Gleichzeitig wird der Mensch dadurch keineswegs überflüssig.

Das Programm bot eine spannende Mischung aus Impulsvorträgen, Best-Practice-Beispielen und Deep-Dive-Sessions. Dabei ging es nicht nur darum, was technisch inzwischen möglich ist, sondern vor allem um die praktische Frage: Wie lässt sich KI sinnvoll im Marketing einsetzen?

 

Vom Hype zum echten Helfer 

Passend dazu stand der Vortrag von Daniel Swoboda unter dem Titel „Vom Hype zum Helfer“. Denn während vor einiger Zeit noch grundsätzlich darüber diskutiert wurde, was KI überhaupt leisten kann, ist sie mittlerweile für viele Menschen zum alltäglichen Werkzeug geworden.

Die Frage lautet deshalb zunehmend nicht mehr: Kann KI das? Sondern vielmehr: Wie können wir sie sinnvoll einsetzen?

Dabei machte der Vortrag auch deutlich, dass mehr technische Möglichkeiten nicht automatisch bedeuten, dass Unternehmen einfach mehr Inhalte produzieren sollten. Im Gegenteil: Wenn mithilfe von KI immer schneller Texte, Bilder und Videos entstehen können, gewinnt die Fähigkeit zur Differenzierung an Bedeutung.

Drei Gedanken blieben dabei besonders hängen: Briefings werden zur Kernkompetenz, Kuratierung wird zum neuen Handwerk und Differenzierung beginnt dort, wo KI allein nicht mehr weiterkommt. Oder etwas einfacher gesagt: Die KI kann inzwischen ziemlich viel – aber irgendjemand muss ihr immer noch sagen, was eigentlich gut ist.

Enorme Zeitersparnis – aber kein Selbstläufer 

Verschiedene Anwendungsbeispiele zeigten eindrucksvoll, wie KI bereits heute im Marketing genutzt werden kann – bis hin zur Erstellung von Werbespots und Kampagneninhalten.

Das Potenzial zur Zeitersparnis ist enorm. Gleichzeitig wurde deutlich: Wer glaubt, KI erledige nach einem kurzen Prompt die komplette Arbeit, dürfte schnell enttäuscht werden. Gute Ergebnisse benötigen häufig mehrere Schleifen, präzise Briefings und einiges an Feintuning. Ein spannender Gedanke für die tägliche Arbeit: Je leistungsfähiger die Werkzeuge werden, desto wichtiger wird die Fähigkeit, sie richtig zu steuern.

Passend dazu endete der Vortrag mit einer durchaus pikanten Frage:

„Was bleibt das, was nur Sie können?“

Eine Frage, die vermutlich noch etwas länger nachwirkt.

 

Best Practice Spreequell: Wenn Berlin plötzlich Berge bekommt 

Wie kreativ der Einsatz von KI aussehen kann, zeigte das Best-Practice-Beispiel von Spreequell. Vorgestellt wurde die Kampagne „Trink dir Berlin bergig“. Die Leitidee: Die Kräuterbrause sollte surreal und überraschend zum Leben erweckt und Berlin mithilfe von KI-Elementen kurzerhand in eine Bergwelt versetzt werden. Humor spielte dabei eine zentrale Rolle.

Besonders interessant war der Blick hinter die Kulissen: Auch das ursprüngliche Briefing an die Agentur wurde vorgestellt. Damit wurde nachvollziehbar, wie aus einer Idee Schritt für Schritt eine KI-gestützte Kampagne entsteht.

Gleichzeitig räumte das Beispiel mit einer verbreiteten Vorstellung auf: KI bedeutet nicht automatisch weniger Aufwand. Rund drei Monate dauerte die Umsetzung der Kampagne. Und auch die Reaktionen zeigten, dass KI-generierte Werbung durchaus polarisiert – neben viel positivem Feedback gab es auch kritische Stimmen.

Gerade das macht solche Best Practices wertvoll: Sie zeigen nicht nur die glänzende Oberfläche, sondern auch den tatsächlichen Prozess dahinter.

Kondrauer: Mittelknappheit macht kreativ 

Einen anderen Ansatz präsentierte Kondrauer. Dort wurde die Social-Media-Präsenz der Marke neu aufgebaut und gezielt verjüngt. Ein wichtiger Gedanke dabei: Mittelknappheit kann Kreativität fördern.

Statt ausschließlich auf große Produktionen zu setzen, spielen Authentizität und Nahbarkeit eine wichtige Rolle. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit Nano-Influencern. Inhalte müssen nicht bis ins letzte Detail perfektioniert sein, wenn sie dafür glaubwürdig sind und zur Marke passen.

Das Beispiel zeigte, dass erfolgreiche Markenkommunikation nicht zwangsläufig vom größten Budget abhängt. Kreativität braucht vielmehr Freiräume – und manchmal auch den Mut, nicht alles perfekt aussehen zu lassen.

 

Was erzählt KI eigentlich über unsere Marken? 

Besonders spannend wurde es bei der Frage, wie sich die zunehmende Nutzung von KI auf Marken auswirkt. Denn die Art, wie Menschen nach Informationen suchen, verändert sich. Während früher verschiedene Suchergebnisse aufgerufen, Websites besucht und Informationen selbst zusammengetragen wurden, liefert eine KI häufig direkt eine formulierte Antwort.

Für Unternehmen entsteht damit eine neue Herausforderung: Kommt die eigene Marke in dieser Antwort überhaupt vor?

In einer Deep-Dive-Session wurde genau diese Frage behandelt. KI-Systeme können Informationen aus ganz unterschiedlichen Quellen heranziehen – beispielsweise von der eigenen Website, aus Produktinformationen und Analysen, aber auch von Händlern, Testportalen oder Foren.

Für eine Marke können sich daraus vereinfacht drei Situationen ergeben:

  • Sie wird von der KI empfohlen.
  • Sie wird lediglich erwähnt.
  • Oder sie kommt überhaupt nicht vor.

Gerade der letzte Punkt dürfte Marketingverantwortliche künftig noch stärker beschäftigen.

Kontext schlägt Stichwort 

Auch für die direkte Arbeit mit KI gab es einige praktische Erkenntnisse. Eine der wichtigsten: Kontext schlägt Stichwort. Wer einer KI lediglich einige Schlagwörter vorgibt, erhält entsprechend allgemeine Ergebnisse. Wer dagegen Rolle, Ziel, Hintergrundinformationen und konkrete Beispiele mitliefert, schafft eine deutlich bessere Ausgangslage.

Damit verändert sich auch unsere Eingabelogik. Während eine klassische Google-Suche häufig aus wenigen Stichworten besteht, werden gute Prompts ausführlicher. Das Briefing, das früher vielleicht an eine Agentur oder einen Kollegen ging, wird damit zunehmend auch Bestandteil der Kommunikation mit der KI.

Für Marken ist außerdem entscheidend, welche Informationen über sie digital vorhanden sind und wie konsistent diese zur gewünschten Positionierung passen. Markenarchitekturen und bestehende Inhalte könnten daher künftig auch unter der Fragestellung betrachtet werden: Wie eindeutig versteht eine KI eigentlich, wofür unsere Marke steht?

 

Gerolsteiner: Marke muss auch im KI-Zeitalter erlebbar bleiben 

Dass bei allen digitalen Möglichkeiten der direkte Kontakt zu Menschen nicht an Bedeutung verliert, zeigte das Best-Practice-Beispiel von Gerolsteiner beim Festival Parookaville. Das Ziel war klar: Die Marke sollte für eine junge Zielgruppe erlebbar werden.

Mit dem „Brandlöscher“ und dem „Zwischenwasser“ wurde eine Aktivierung geschaffen, die unmittelbar zum Festival passte – gegen Durst, Hitze und den möglichen Kater am nächsten Morgen. Eine eigene Brandlöscher-Crew aus dem Unternehmen verteilte Getränke vor Ort, während die Aktion über Social Media begleitet wurde.

Das Beispiel zeigte: Digitalisierung und KI sind wichtige Werkzeuge. Erfolgreiches Marketing entsteht aber weiterhin dort, wo Marken einen konkreten Bezug zum Leben ihrer Zielgruppen herstellen.

 

Blick nach vorne: Next Economy 2040 

Zum Abschluss ging der Blick deutlich über das aktuelle Marketing hinaus. In der Keynote „Next Economy 2040: Die Innovationen der kommenden Generationen“ stand die Frage im Mittelpunkt, welche Entwicklungen Wirtschaft und Gesellschaft in den kommenden Jahren prägen könnten.

Der Ausgangspunkt: Wir befinden uns in einer Phase großer Veränderungen. Wirtschaftliche, politische und globale Herausforderungen treffen auf technologische Entwicklungen, die sich mit enormer Geschwindigkeit vollziehen. Dabei wurde die These aufgestellt, dass wir uns aktuell in einer Übergangsphase vom alten zum neuen Normal befinden.

Für die Zukunft wurden unter anderem drei Entwicklungsfelder skizziert. Produkte müssten ihren Wert und Zusatznutzen künftig noch deutlicher vermitteln. Themen wie „Healthy Hedonism“ – also Genuss beispielsweise mit weniger Zucker oder Alkohol –, regionale Produkte, individualisierte Angebote sowie Sortimente rund um Aging und Care könnten an Bedeutung gewinnen.

Gleichzeitig könnten AI Services die Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden verändern: durch individuellere Kommunikation, personalisierten Vertrieb und situationsabhängige Empfehlungen.

Und schließlich gehe es darum, Innovation nicht nur technologisch zu verstehen, sondern neue Lösungen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen zu entwickeln.

Unser Fazit: KI kann viel – entscheidend bleibt, was wir daraus machen

Nach einem Tag voller Vorträge, Beispiele und Diskussionen steht für uns vor allem fest: KI ist im Marketing längst mehr als ein Hype. Sie kann Prozesse beschleunigen, Ideen liefern, Inhalte produzieren und völlig neue kreative Möglichkeiten eröffnen. Gleichzeitig nimmt sie uns eine zentrale Aufgabe nicht ab: zu entscheiden, was zu unserer Marke, zu unserer Zielgruppe und zu unserem Unternehmen passt.

Vielleicht liegt genau darin die spannende Entwicklung der kommenden Jahre. Wenn immer mehr technisch möglich wird, werden gute Ideen, klare Positionierungen, Kreativität und menschliches Urteilsvermögen nicht weniger wichtig – sondern möglicherweise sogar wichtiger.

Vielen Dank an den Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) und die Genossenschaft Deutscher Brunnen für das spannende Marketingforum, die zahlreichen Best-Practice-Einblicke und einen Tag mit vielen Impulsen, die definitiv Lust darauf gemacht haben, weiter auszuprobieren, was mit KI möglich ist.

Und die Frage „Was bleibt das, was nur Sie können?“ nehmen wir auf jeden Fall mit nach Hause.

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PRESSEMITTEILUNG: BV GFGH trauert um Ehrenmitglied Heinrich Hahn

PRESSEMITTEILUNG: BV GFGH trauert um Ehrenmitglied Heinrich Hahn

Langjähriger Präsident und Beiratsvorsitzender des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels im Alter von 91 Jahren verstorben 

Frielendorf/Düsseldorf, 7. September 2026 – Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) trauert um seinen ehemaligen Präsidenten und Beiratsvorsitzenden Heinrich Hahn. Der langjährige Unternehmer und engagierte Vertreter des Getränkefachgroßhandels ist am vergangenen Samstag im Alter von 91 Jahren friedvoll in seinem Geburtshaus verstorben.

Mit Heinrich Hahn verlieren wir einen Unternehmer, Kommunalpolitiker, Verbandsvertreter und engagierten Bürger, der über viele Jahrzehnte Verantwortung übernommen und seine Heimat sowie die Getränkebranche nachhaltig mitgestaltet hat.

Heinrich Hahn wurde am 10. Oktober 1934 in Frielendorf geboren. Sein gesamtes Leben blieb eng mit seiner Heimat verbunden.

Unternehmer mit Weitblick

1958 übernahm Heinrich Hahn das traditionsreiche Familienunternehmen im Getränkefachgroßhandel und entwickelte es erfolgreich weiter.

Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 gründete er gemeinsam mit seinen Söhnen Dietrich und Thomas Hahn zwei Getränkefachgroßhandlungen in Thüringen – in Barchfeld und Erfurt. Damit gehörte Heinrich Hahn zu den Unternehmern, die früh die Chancen der deutschen Einheit erkannten und den wirtschaftlichen Austausch zwischen Hessen und Thüringen aktiv mitgestalteten.

Gestalter der deutschen Getränkebranche

1985 wurde er zum Vorsitzenden des Hessischen Bier- und Getränkefachgroßhandels-verband gewählt. In dieser Funktion entwickelte er den Verband Anfang der 90er Jahre zum Mitteldeutschen Getränkegroßhandelsverband weiter.

Von 1991 bis 1995 war Heinrich Hahn Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) und von 2001 bis 2004 Beiratsvorsitzender des zwischenzeitlich mit allen Landesverbänden fusionierten Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels.

Wegbereiter der CDU in Frielendorf

1970 gründete Heinrich Hahn den CDU-Ortsverband Frielendorf. In den folgenden mehr als zwei Jahrzehnten engagierte er sich im Kreistag und im Kreisausschuss und setzte sich dort für die Belange seiner Heimatgemeinde und der Region ein.

Darüber hinaus war Heinrich Hahn über viele Jahre ehrenamtlicher Beigeordneter der Gemeinde Frielendorf. Dieses Amt übte er bis zu seinem 80. Geburtstag aus.

Sein politisches Engagement war geprägt von Bodenständigkeit, Sachlichkeit und dem Anspruch, Verantwortung langfristig wahrzunehmen.

Auszeichnung und gesellschaftliches Engagement

Für seine vielfältigen Verdienste wurde Heinrich Hahn bereits 1999 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Auch im Vereinsleben engagierte er sich über Jahrzehnte. Besonders dem TuSpo Frielendorf war Heinrich Hahn eng verbunden und übernahm dort Verantwortung im Fußballbereich.

Ein Leben für Frielendorf und die Gemeinschaft

Heinrich Hahn vereinte unternehmerischen Weitblick mit kommunalpolitischem und gesellschaftlichem Engagement. Er war Unternehmer, Verbandsvertreter, Kommunalpolitiker und vor allem ein Frielendorfer, der seiner Heimat über Jahrzehnte verbunden blieb.

Mit Heinrich Hahn verliert Frielendorf eine Persönlichkeit, die über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg Verantwortung übernommen und ihre Heimat nachhaltig geprägt hat.

Besonders berührend ist, dass sich sein Lebenskreis nun dort geschlossen hat, wo er vor 91 Jahren begann. Heinrich Hahn ist am 5. September 2026 friedvoll in seinem Geburtshaus in Frielendorf verstorben.

Sein Name und sein Wirken werden in Frielendorf, in der Region und in der deutschen Getränkebranche in Erinnerung bleiben.

„Wir sind Heinrich Hahn für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement für unseren Verband zu großem Dank verpflichtet. In einer entscheidenden Phase der Entwicklung des BV GFGH hat er Verantwortung übernommen und nicht nur den Verband, sondern auch die gesamte Getränkebranche maßgeblich mitgeprägt“, würdigt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH, das Wirken Heinrich Hahns.

Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und allen Menschen, die Heinrich Hahn verbunden waren.

Wir werden ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren. 

 

Über den BV GFGH:

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. setzt sich seit über 125 Jahren für die politischen und wirtschaftlichen Interessen aller mittelständischen Getränkefachgroßhändler ein. Als moderner Interessenverband vertreten wir rund 450 mittelständische Unternehmen, die über 70 Prozent aller Biere, 40 Prozent aller Mineralwässer, 30 Prozent aller Erfrischungsgetränke sowie 20 Prozent aller fruchthaltigen Getränke managen.

Weitere Infos unter: www.bv-gfgh.de

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Nicolas Schiffler
Referent für Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher
E-Mail: Schiffler@bv-gfgh.de
Telefon: +49 211 683938
Mobil: +49 152 04940347

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Pressemitteilung: Konjunkturumfrage 2026 des BV GFGH – Getränkefachgroßhandel investiert trotz schwieriger Wirtschaftslage in die Zukunft

Pressemitteilung: Konjunkturumfrage 2026 des BV GFGH – Getränkefachgroßhandel investiert trotz schwieriger Wirtschaftslage in die Zukunft

Konjunkturumfrage des BV GFGH unter 109 Mitgliedsunternehmen zeigt: Die gesamtwirtschaftliche Schwäche erreicht zunehmend auch den Getränkefachgroßhandel – dennoch bleibt die Branche investitionsbereit.

  • Das Geschäftsergebnis hat sich gegenüber den Vorjahren deutlich verschlechtert
  • Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investieren die Unternehmen weiter
  • 65 Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland negativ

 

Düsseldorf, 6. Juli 2026 | Die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland ist inzwischen auch im Getränkefachgroßhandel deutlich spürbar. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage für die Jahre 2025/2026 des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV GFGH), an der sich 109 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben. Steigende Unternehmensinsolvenzen, eine anhaltende Konsumzurückhaltung, hohe Personal- und Logistikkosten sowie unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen setzen den mittelständischen Getränkefachgroßhandel zunehmend unter Druck. Gleichzeitig zeigt die Erhebung jedoch auch: Die Unternehmen investieren weiterhin gezielt in ihre Zukunft und halten an ihrer langfristigen Ausrichtung fest.

 

Wirtschaftliche Schwäche erreicht den Getränkefachgroßhandel

Während das Geschäftsjahr 2024 noch das stärkste der vergangenen drei Jahre war, zeigt die aktuelle Umfrage für 2025 eine deutliche Eintrübung. Bewerteten 2024 noch 57,2 Prozent der Unternehmen ihr Geschäftsergebnis mit „sehr gut“ oder „gut“, liegt dieser Wert aktuell nur noch bei 34,8 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil negativer Bewertungen gegenüber 2023 nahezu vervierfacht und liegt inzwischen bei 10,1 Prozent.

Auch bei Umsatz und Ertrag zeigt sich die angespannte Lage. 44,2 Prozent der BV GFGH-Mitglieder berichten von rückläufigen Umsätzen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei der Ertragslage aus: Fast sechs von zehn Unternehmen (59,7 Prozent) mussten sinkende Erträge hinnehmen. Gleichzeitig erwarten 43,1 Prozent der Befragten, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter verschlechtern wird. „Unsere Unternehmen spüren die anhaltende wirtschaftliche Schwäche inzwischen deutlich. Steigende Kosten, eine verhaltene Konsumstimmung und die allgemeine Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft belasten auch den Getränkefachgroßhandel. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Investitionen und unternehmerisches Handeln wieder erleichtern“, sagt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH.

 

Gezielte Investitionen statt Resignation

Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage investieren die Getränkefachgroßhändler weiterhin gezielt in ihre Zukunft. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt dabei ein differenziertes Bild: Nachdem das erste Halbjahr 2025 durch eine außergewöhnlich hohe Stabilität geprägt war – 72,7 Prozent der Unternehmen hielten ihr Investitionsniveau konstant und lediglich 6,5 Prozent reduzierten ihre Investitionen –, nimmt die Dynamik 2026 wieder deutlich zu. So berichten 24,8 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Investitionen, gleichzeitig erhöht sich jedoch auch der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Investitionen auf 17,4 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit unveränderten Ausgaben sinkt auf 56,9 Prozent.

Im Vergleich der vergangenen Jahre wird deutlich: Während 2023 von einer hohen Dynamik mit sowohl steigenden als auch sinkenden Investitionen geprägt war, dominierte 2025 die Stabilität. 2026 zeigt nun erneut Bewegung – allerdings unter deutlich schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Unternehmen reagieren damit differenziert auf die aktuelle Konjunkturlage: Ein Teil fährt Investitionen zurück, während andere bewusst in die Zukunft ihres Unternehmens investieren.

Besonders erfreulich ist der deutliche Anstieg der Erweiterungsinvestitionen. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren jeweils nur rund zwölf Prozent der Unternehmen in den Ausbau ihres Betriebs investierten, liegt dieser Anteil inzwischen bei 19,3 Prozent. Ersatzinvestitionen bleiben mit 62,4 Prozent weiterhin der wichtigste Investitionsschwerpunkt. Die Investitionsbereitschaft in Rationalisierungen ist im Drei-Jahres-Vergleich seit 2023 kontinuierlich gesunken.

Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die vollständig auf Investitionen verzichtet haben, gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt – von 6,5 auf 11,9 Prozent. Dies verdeutlicht den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf Teile der Branche. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen nicht resigniert. Viele Unternehmen investieren weiterhin gezielt in ihre Zukunft und stärken damit ihre Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Reinsberg.

 

Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung in der Logistik

Die Personalsituation bleibt für den Getränkefachgroßhandel eine der größten Herausforderungen. Der Drei-Jahres-Vergleich zeigt, dass Fahrerinnen und Fahrer kontinuierlich den größten Engpass darstellen. Bereits 2024 entfielen knapp die Hälfte aller vakanten Stellen auf diesen Bereich (48,3 Prozent). 2025 verschärfte sich die Situation weiter und erreichte mit 55,8 Prozent ihren Höchststand, in 2026 liegt der Wert bei 51,4 Prozent. Auch bei den Lagermitarbeitenden zeichnet sich eine Entwicklung ab. Während ihr Anteil an den offenen Stellen 2024 und 2025 jeweils bei rund 39 Prozent lag, sank er 2026 auf 30,5 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Fachkräftemangel zunehmend verlagert, die Logistik jedoch weiterhin der entscheidende Engpass für die Branche bleibt. Insbesondere fehlendes Fahrpersonal erschwert die zuverlässige Belieferung von Gastronomie, Handel und Veranstaltungen und begrenzt die Wachstumsmöglichkeiten vieler Unternehmen.

 

Klare Botschaft an die Politik

Ein besonders deutliches Signal sendet die Umfrage an die Politik: Rund 65 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland negativ. Als größte Kostentreiber nennen die Unternehmen Personal sowie Transport- und Logistikkosten. Hinzu kommen umfangreiche Dokumentationspflichten, die von den Befragten als größte bürokratische Belastung bewertet werden.

„Wenn nahezu zwei Drittel der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen negativ bewerten, ist das ein klarer Handlungsauftrag. Der Mittelstand braucht jetzt weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und wirtschaftspolitische Impulse, die Investitionen ermöglichen statt erschweren. Nur so können unsere Unternehmen ihre wichtige Versorgungsfunktion auch künftig zuverlässig erfüllen“, so der Verbandschef.

 

Über den BV GFGH:

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. setzt sich seit über 125 Jahren für die politischen und wirtschaftlichen Interessen aller mittelständischen Getränkefachgroßhändler ein. Als moderner Interessenverband vertreten wir rund 450 mittelständische Unternehmen, die über 70 Prozent aller Biere, 40 Prozent aller Mineralwässer, 30 Prozent aller Erfrischungsgetränke sowie 20 Prozent aller fruchthaltigen Getränke managen.

Weitere Infos unter: www.bv-gfgh.de

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Nicolas Schiffler
Referent für Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher
E-Mail: Schiffler@bv-gfgh.de
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BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

Bild: © BV GFGH/KI-generiert

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) lehnt eine Erhöhung der Alkoholsteuer ab. Eine solche Maßnahme ist weder erforderlich noch verhältnismäßig. Die Entwicklung des Konsumverhaltens in Deutschland zeigt bereits heute deutlich, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet – ohne zusätzliche steuerliche Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die mittelständisch geprägte Getränkewirtschaft. Unsere Branche steht seit Jahren unter erheblichem Kostendruck. Steigende Energiepreise, höhere Personalkosten, zunehmende Bürokratie sowie die anhaltende Konsumzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher belasten insbesondere mittelständische Betriebe.

Eine zusätzliche Steuererhöhung würde diese Belastungen weiter verschärfen. Sie verteuert Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten, schwächt die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen und gefährdet Investitionen entlang der gesamten Getränkewertschöpfungskette.

Alkoholkonsum sinkt seit Jahrzehnten 

Der Alkoholkonsum in Deutschland befindet sich seit vielen Jahren in einem nachhaltigen Abwärtstrend. Der Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol ist zwischen 2001 und 2024 um rund 22 Prozent zurückgegangen. Der Bierkonsum sank im gleichen Zeitraum um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig verzeichneten alkoholfreie Alternativen ein starkes Wachstum. Allein der Konsum alkoholfreier Biere stieg seit der Jahrtausendwende um mehr als 80 Prozent1. Auch aktuelle Erhebungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bestätigen den langfristigen Rückgang des Alkoholkonsums. Der Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke pro Kopf ist zuletzt erneut gesunken2. 

Junge Menschen verändern ihr Konsumverhalten 

Die Vorstellung, Alkohol werde in Deutschland unverändert konsumiert und müsse deshalb stärker besteuert werden, wird durch aktuelle Studien nicht gestützt.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig steigt der Anteil derjenigen, die noch nie Alkohol konsumiert haben3.

Eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verweist ebenfalls darauf, dass regelmäßiger, riskanter und exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit 2001 kontinuierlich zurückgeht4. Besonders bemerkenswert: Deutschland weist europaweit einen der höchsten Anteile junger Erwachsener auf, die vollständig auf Alkohol verzichten. Fast jeder zweite Angehörige der Generation Z gibt an, keinen Alkohol zu trinken5.

Prävention und gesellschaftlicher Wandel wirken

Die vorliegenden Daten zeigen, dass Präventionsarbeit, Aufklärung und ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bereits zu einer nachhaltigen Veränderung des Konsumverhaltens führen. Der Trend zu alkoholfreien Alternativen, ein bewussterer Lebensstil sowie ein verändertes Freizeitverhalten prägen insbesondere die jüngeren Generationen.

Der BV GFGH erkennt die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken ausdrücklich an und unterstützt wirksame Präventionsmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass der gesellschaftliche Wandel bereits stattfindet.

Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Erhöhung der Alkoholsteuer nicht sinnvoll. Sie würde Verbraucherinnen und Verbraucher sowie mittelständische Unternehmen zusätzlich belasten, ohne dass ein zusätzlicher gesundheitspolitischer Nutzen erkennbar wäre.

Die Politik sollte die nachweisbaren Erfolge von Prävention, Aufklärung und Eigenverantwortung anerkennen und diesen Weg konsequent weitergehen, statt auf zusätzliche steuerliche Belastungen zu setzen.

  1. Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 1.
  2. DHS: Alkohol – Zahlen, Daten, Fakten: https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 2024: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023 und Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 3.
  4. Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen
  5. BZgA: Drogen Affinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland
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Erfolgreiches Symposium „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“ von Huesch & Partner und BV GFGH 2026

Erfolgreiches Symposium „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“ von Huesch & Partner und BV GFGH 2026

Foto: P. Pfeiffer / Meininger Verlag

Am 22. und 23. April fand erneut unter der Schirmherrschaft des BV GFGH das Huesch Symposium von Huesch & Partner Logistikberater statt. Mittendrin waren auch die Redakteure vom Sachon Verlag und der Getränke Zeitung.

Im Branchenmedium „frisch eingeschenkt“ heißt es unter anderem: „Das große Interesse am Symposium zeigte, dass die Herausforderungen und Chancen in der Getränkelogistik die Branche mehr denn je bewegen. Inhaltlich spannte sich der Bogen über zentrale Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeitsansätze und deren praktische Umsetzung, den Einsatz neuer Technologien und Automatisierung, regionale Absicherungsstrategien oder effiziente Kostenoptimierungsmöglichkeiten.“

Insgesamt bot sich eine beeindruckende Veranstaltung mit hochkarätigen Referenten, relevanten Inhalten und vielen Denkanstößen für die Zukunft des GFGH.

Und auch die Getränke Zeitung hat einen interessanten Artikel zum Huesch Symposium geschrieben. Den Beitrag finden Sie im Download. 

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