Pressemitteilung: Konjunkturumfrage 2026 des BV GFGH – Getränkefachgroßhandel investiert trotz schwieriger Wirtschaftslage in die Zukunft

Pressemitteilung: Konjunkturumfrage 2026 des BV GFGH – Getränkefachgroßhandel investiert trotz schwieriger Wirtschaftslage in die Zukunft

Konjunkturumfrage des BV GFGH unter 109 Mitgliedsunternehmen zeigt: Die gesamtwirtschaftliche Schwäche erreicht zunehmend auch den Getränkefachgroßhandel – dennoch bleibt die Branche investitionsbereit.

  • Das Geschäftsergebnis hat sich gegenüber den Vorjahren deutlich verschlechtert
  • Trotz schwieriger Rahmenbedingungen investieren die Unternehmen weiter
  • 65 Prozent der Befragten bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland negativ

 

Düsseldorf, 6. Juli 2026 | Die wirtschaftliche Schwäche in Deutschland ist inzwischen auch im Getränkefachgroßhandel deutlich spürbar. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage für die Jahre 2025/2026 des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. (BV GFGH), an der sich 109 Mitgliedsunternehmen beteiligt haben. Steigende Unternehmensinsolvenzen, eine anhaltende Konsumzurückhaltung, hohe Personal- und Logistikkosten sowie unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen setzen den mittelständischen Getränkefachgroßhandel zunehmend unter Druck. Gleichzeitig zeigt die Erhebung jedoch auch: Die Unternehmen investieren weiterhin gezielt in ihre Zukunft und halten an ihrer langfristigen Ausrichtung fest.

 

Wirtschaftliche Schwäche erreicht den Getränkefachgroßhandel

Während das Geschäftsjahr 2024 noch das stärkste der vergangenen drei Jahre war, zeigt die aktuelle Umfrage für 2025 eine deutliche Eintrübung. Bewerteten 2024 noch 57,2 Prozent der Unternehmen ihr Geschäftsergebnis mit „sehr gut“ oder „gut“, liegt dieser Wert aktuell nur noch bei 34,8 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Anteil negativer Bewertungen gegenüber 2023 nahezu vervierfacht und liegt inzwischen bei 10,1 Prozent.

Auch bei Umsatz und Ertrag zeigt sich die angespannte Lage. 44,2 Prozent der BV GFGH-Mitglieder berichten von rückläufigen Umsätzen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei der Ertragslage aus: Fast sechs von zehn Unternehmen (59,7 Prozent) mussten sinkende Erträge hinnehmen. Gleichzeitig erwarten 43,1 Prozent der Befragten, dass sich die Situation in den kommenden Monaten weiter verschlechtern wird. „Unsere Unternehmen spüren die anhaltende wirtschaftliche Schwäche inzwischen deutlich. Steigende Kosten, eine verhaltene Konsumstimmung und die allgemeine Unsicherheit in der deutschen Wirtschaft belasten auch den Getränkefachgroßhandel. Umso wichtiger sind jetzt verlässliche wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die Investitionen und unternehmerisches Handeln wieder erleichtern“, sagt Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH.

 

Gezielte Investitionen statt Resignation

Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage investieren die Getränkefachgroßhändler weiterhin gezielt in ihre Zukunft. Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt dabei ein differenziertes Bild: Nachdem das erste Halbjahr 2025 durch eine außergewöhnlich hohe Stabilität geprägt war – 72,7 Prozent der Unternehmen hielten ihr Investitionsniveau konstant und lediglich 6,5 Prozent reduzierten ihre Investitionen –, nimmt die Dynamik 2026 wieder deutlich zu. So berichten 24,8 Prozent der Unternehmen von gestiegenen Investitionen, gleichzeitig erhöht sich jedoch auch der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Investitionen auf 17,4 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit unveränderten Ausgaben sinkt auf 56,9 Prozent.

Im Vergleich der vergangenen Jahre wird deutlich: Während 2023 von einer hohen Dynamik mit sowohl steigenden als auch sinkenden Investitionen geprägt war, dominierte 2025 die Stabilität. 2026 zeigt nun erneut Bewegung – allerdings unter deutlich schwierigeren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Die Unternehmen reagieren damit differenziert auf die aktuelle Konjunkturlage: Ein Teil fährt Investitionen zurück, während andere bewusst in die Zukunft ihres Unternehmens investieren.

Besonders erfreulich ist der deutliche Anstieg der Erweiterungsinvestitionen. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren jeweils nur rund zwölf Prozent der Unternehmen in den Ausbau ihres Betriebs investierten, liegt dieser Anteil inzwischen bei 19,3 Prozent. Ersatzinvestitionen bleiben mit 62,4 Prozent weiterhin der wichtigste Investitionsschwerpunkt. Die Investitionsbereitschaft in Rationalisierungen ist im Drei-Jahres-Vergleich seit 2023 kontinuierlich gesunken.

Gleichzeitig hat sich der Anteil der Unternehmen, die vollständig auf Investitionen verzichtet haben, gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt – von 6,5 auf 11,9 Prozent. Dies verdeutlicht den zunehmenden wirtschaftlichen Druck auf Teile der Branche. „Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Branche trotz schwieriger Rahmenbedingungen nicht resigniert. Viele Unternehmen investieren weiterhin gezielt in ihre Zukunft und stärken damit ihre Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Reinsberg.

 

Fachkräftemangel bleibt größte Herausforderung in der Logistik

Die Personalsituation bleibt für den Getränkefachgroßhandel eine der größten Herausforderungen. Der Drei-Jahres-Vergleich zeigt, dass Fahrerinnen und Fahrer kontinuierlich den größten Engpass darstellen. Bereits 2024 entfielen knapp die Hälfte aller vakanten Stellen auf diesen Bereich (48,3 Prozent). 2025 verschärfte sich die Situation weiter und erreichte mit 55,8 Prozent ihren Höchststand, in 2026 liegt der Wert bei 51,4 Prozent. Auch bei den Lagermitarbeitenden zeichnet sich eine Entwicklung ab. Während ihr Anteil an den offenen Stellen 2024 und 2025 jeweils bei rund 39 Prozent lag, sank er 2026 auf 30,5 Prozent.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich der Fachkräftemangel zunehmend verlagert, die Logistik jedoch weiterhin der entscheidende Engpass für die Branche bleibt. Insbesondere fehlendes Fahrpersonal erschwert die zuverlässige Belieferung von Gastronomie, Handel und Veranstaltungen und begrenzt die Wachstumsmöglichkeiten vieler Unternehmen.

 

Klare Botschaft an die Politik

Ein besonders deutliches Signal sendet die Umfrage an die Politik: Rund 65 Prozent der befragten Unternehmen bewerten die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen in Deutschland negativ. Als größte Kostentreiber nennen die Unternehmen Personal sowie Transport- und Logistikkosten. Hinzu kommen umfangreiche Dokumentationspflichten, die von den Befragten als größte bürokratische Belastung bewertet werden.

„Wenn nahezu zwei Drittel der Unternehmen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen negativ bewerten, ist das ein klarer Handlungsauftrag. Der Mittelstand braucht jetzt weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und wirtschaftspolitische Impulse, die Investitionen ermöglichen statt erschweren. Nur so können unsere Unternehmen ihre wichtige Versorgungsfunktion auch künftig zuverlässig erfüllen“, so der Verbandschef.

 

Über den BV GFGH:

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V. setzt sich seit über 125 Jahren für die politischen und wirtschaftlichen Interessen aller mittelständischen Getränkefachgroßhändler ein. Als moderner Interessenverband vertreten wir rund 450 mittelständische Unternehmen, die über 70 Prozent aller Biere, 40 Prozent aller Mineralwässer, 30 Prozent aller Erfrischungsgetränke sowie 20 Prozent aller fruchthaltigen Getränke managen.

Weitere Infos unter: www.bv-gfgh.de

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Nicolas Schiffler
Referent für Öffentlichkeitsarbeit | Pressesprecher
E-Mail: Schiffler@bv-gfgh.de
Telefon: +49 211 683938
Mobil: +49 152 04940347

No results found.
BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

Bild: © BV GFGH/KI-generiert

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) lehnt eine Erhöhung der Alkoholsteuer ab. Eine solche Maßnahme ist weder erforderlich noch verhältnismäßig. Die Entwicklung des Konsumverhaltens in Deutschland zeigt bereits heute deutlich, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet – ohne zusätzliche steuerliche Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die mittelständisch geprägte Getränkewirtschaft. Unsere Branche steht seit Jahren unter erheblichem Kostendruck. Steigende Energiepreise, höhere Personalkosten, zunehmende Bürokratie sowie die anhaltende Konsumzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher belasten insbesondere mittelständische Betriebe.

Eine zusätzliche Steuererhöhung würde diese Belastungen weiter verschärfen. Sie verteuert Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten, schwächt die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen und gefährdet Investitionen entlang der gesamten Getränkewertschöpfungskette.

Alkoholkonsum sinkt seit Jahrzehnten 

Der Alkoholkonsum in Deutschland befindet sich seit vielen Jahren in einem nachhaltigen Abwärtstrend. Der Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol ist zwischen 2001 und 2024 um rund 22 Prozent zurückgegangen. Der Bierkonsum sank im gleichen Zeitraum um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig verzeichneten alkoholfreie Alternativen ein starkes Wachstum. Allein der Konsum alkoholfreier Biere stieg seit der Jahrtausendwende um mehr als 80 Prozent1. Auch aktuelle Erhebungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bestätigen den langfristigen Rückgang des Alkoholkonsums. Der Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke pro Kopf ist zuletzt erneut gesunken2. 

Junge Menschen verändern ihr Konsumverhalten 

Die Vorstellung, Alkohol werde in Deutschland unverändert konsumiert und müsse deshalb stärker besteuert werden, wird durch aktuelle Studien nicht gestützt.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig steigt der Anteil derjenigen, die noch nie Alkohol konsumiert haben3.

Eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verweist ebenfalls darauf, dass regelmäßiger, riskanter und exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit 2001 kontinuierlich zurückgeht4. Besonders bemerkenswert: Deutschland weist europaweit einen der höchsten Anteile junger Erwachsener auf, die vollständig auf Alkohol verzichten. Fast jeder zweite Angehörige der Generation Z gibt an, keinen Alkohol zu trinken5.

Prävention und gesellschaftlicher Wandel wirken

Die vorliegenden Daten zeigen, dass Präventionsarbeit, Aufklärung und ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bereits zu einer nachhaltigen Veränderung des Konsumverhaltens führen. Der Trend zu alkoholfreien Alternativen, ein bewussterer Lebensstil sowie ein verändertes Freizeitverhalten prägen insbesondere die jüngeren Generationen.

Der BV GFGH erkennt die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken ausdrücklich an und unterstützt wirksame Präventionsmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass der gesellschaftliche Wandel bereits stattfindet.

Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Erhöhung der Alkoholsteuer nicht sinnvoll. Sie würde Verbraucherinnen und Verbraucher sowie mittelständische Unternehmen zusätzlich belasten, ohne dass ein zusätzlicher gesundheitspolitischer Nutzen erkennbar wäre.

Die Politik sollte die nachweisbaren Erfolge von Prävention, Aufklärung und Eigenverantwortung anerkennen und diesen Weg konsequent weitergehen, statt auf zusätzliche steuerliche Belastungen zu setzen.

  1. Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 1.
  2. DHS: Alkohol – Zahlen, Daten, Fakten: https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/
  3. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 2024: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023 und Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 3.
  4. Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen
  5. BZgA: Drogen Affinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland
No results found.
Erfolgreiches Symposium „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“ von Huesch & Partner und BV GFGH 2026

Erfolgreiches Symposium „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“ von Huesch & Partner und BV GFGH 2026

Foto: P. Pfeiffer / Meininger Verlag

Am 22. und 23. April fand erneut unter der Schirmherrschaft des BV GFGH das Huesch Symposium von Huesch & Partner Logistikberater statt. Mittendrin waren auch die Redakteure vom Sachon Verlag und der Getränke Zeitung.

Im Branchenmedium „frisch eingeschenkt“ heißt es unter anderem: „Das große Interesse am Symposium zeigte, dass die Herausforderungen und Chancen in der Getränkelogistik die Branche mehr denn je bewegen. Inhaltlich spannte sich der Bogen über zentrale Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeitsansätze und deren praktische Umsetzung, den Einsatz neuer Technologien und Automatisierung, regionale Absicherungsstrategien oder effiziente Kostenoptimierungsmöglichkeiten.“

Insgesamt bot sich eine beeindruckende Veranstaltung mit hochkarätigen Referenten, relevanten Inhalten und vielen Denkanstößen für die Zukunft des GFGH.

Und auch die Getränke Zeitung hat einen interessanten Artikel zum Huesch Symposium geschrieben. Den Beitrag finden Sie im Download. 

No results found.
Gemeinsame Stellungnahme der Verbände der Lebensmittelwirtschaft zur Einführung einer Zuckersteuer

Gemeinsame Stellungnahme der Verbände der Lebensmittelwirtschaft zur Einführung einer Zuckersteuer

Bild: © BV GFGH/KI-generiert

Gemeinsam mit 37 weiteren Verbänden der Lebensmittelbranche spricht sich der BV GFGH gegen eine Zuckersteuer aus. Mit dem Antrag des Landes Schleswig-Holstein zur Einführung einer Zuckersteuer steht ein weitreichender staatlicher Eingriff zur Entscheidung, den unser Verband als Teil der „Allianz der Lebensmittelwirtschaft” ablehnt. Aus unserer Sicht folgt der Vorschlag einer Logik, die auf symbolische Steuerpolitik statt auf evidenzbasierte Lösungen setzt. Im Gegenteil: Er greift tief in Konsumfreiheit, Marktmechanismen und bewährte Kooperationsansätze ein – ohne dass seine Wirksamkeit wissenschaftlich belastbar belegt wäre.

In einem gemeinsamen Positionspapier appellieren wir eindringlich an die Politik, auf faktenbasierte Maßnahmen, statt auf symbolische Eingriffe zu setzen und lehnen die Einführung einer Zuckersteuer ab.

No results found.
Gemeinsame Stellungnahme: Mehrwegförderung im Sinne der PPWR wirksam umsetzen

Gemeinsame Stellungnahme: Mehrwegförderung im Sinne der PPWR wirksam umsetzen

Der Ausbau und die Skalierung von Mehrwegsystemen ist ein zentraler Baustein für die Erreichung der europäischen Abfallvermeidungsziele. Deutschland verfügt, u. a. mit seinem Getränke-Mehrwegsystem, über eine leistungsfähige Mehrwegstruktur, die europaweit als Vorbild gilt. Diese gilt es auszubauen und neben anderen Mehrweganwendungen in die Zukunft zu tragen. Daher sollte die nationale Umsetzung der PPWR so gestaltet werden, dass sie zur Weiterentwicklung bestehender Systeme und Neuentwicklung weiterer Mehrweganwendungen anregt und beiträgt.

Diese und weitere Forderungen zur Mehrwegförderung im Sinne der PPWR haben wir in einer gemeinsamen Stellungnahme des BV GFGH, Pro Mehrweg, der Stiftung Initiative Mehrweg und dem Mehrwegverband Deutschland zusammengefasst.

No results found.