Gastgewerbe auch im April mit einem Plus

Gastgewerbe auch im April mit einem Plus

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im April 2026 nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes real 2,2 Prozent (nominal plus 2,8 Prozent) mehr umgesetzt als im März 2026. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sank der Umsatz real um 7,2 Prozent und nominal ein Plus von 0,6 Prozent.

Die Umsatzdaten im Überblick:

  • Gastgewerbe: Der Umsatz im Gastgewerbe ist im Vergleich zum Vormonat real um 2,2 Prozent (nominal plus 2,8 Prozent) gestiegen.
  • Gaststätten: Das Gaststättengewerbe verbucht ein Umsatzplus von 3 Prozent (nominal plus 3,3 Prozent).
  • Schankwirtschaften: Im Vergleich zum März 2026 steigt der reale Umsatz um 7,3 Prozent (nominal plus 7,7 Prozent).
  • Gastronomie: Die Gastronomie verzeichnet ein reales Umsatzplus von 1 Prozent (nominal plus 1,4 Prozent) im Vergleich zum Vormonat.
  • Hotels und sonstige Beherbergungsstätten: Gegenüber März 2026 kommt die Branche im April 2026 auf einen realen Umsatzgewinn von 2,7 Prozent (nominal ein Plus von 4,2 Prozent).
  • Cateringunternehmen und sonstige Verpflegungsdienstleistungen: Im Vergleich zum Vormonat verbucht die Branche ein reales Minus von 6 Prozent (nominal minus 5,5 Prozent).

 

Kumulierte Zahlen im Überblick: 

Kumuliert betrachtet ergeben sich folgende Daten für die bisherigen Monate im Jahr 2026 im Vergleich zum gleichen Zeitraum in 2025:

  • Gastgewerbe: Der Umsatz im Gastgewerbe sinkt real 5,5 Prozent (nominal plus 1,9 Prozent).
  • Gaststätten: Das Gaststättengewerbe verbucht einen realen Umsatzrückgang von 7,1 Prozent (nominal ein Plus von 2 Prozent).
  • Schankwirtschaften: Die Branche kommt auf ein reales Minus von 3,8 Prozent (nominal plus 1,1 Prozent).
  • Gastronomie: Die Gastronomie verzeichnet ein reales Minus von 6,3 Prozent (nominal ein Plus von 1,8 Prozent).
  • Hotels und sonstige Beherbergungsstätten: Der reale Umsatz der Branche sinkt um 4 Prozent (nominal plus 1,9 Prozent).
  • Cateringunternehmen und sonstige Verpflegungsdienstleistungen: Kumuliert betrachtet, verbucht die Branche einen realen Umsatzverlust von 3,3 Prozent (nominal plus 1,2 Prozent).

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

Interview im GFGH – „Bredstedts Genuss-Bühne“: Wie die Getränkewelt Tadsen neue Maßstäbe im Getränkefachhandel setzt

Interview im GFGH – „Bredstedts Genuss-Bühne“: Wie die Getränkewelt Tadsen neue Maßstäbe im Getränkefachhandel setzt

Mit der 2019 eröffneten Getränkewelt Tadsen in Bredstedt hat Karl-Peter Tadsen einen Getränkefachmarkt geschaffen, der sich bewusst von klassischen Marktformaten abhebt. Auf rund 500 Quadratmetern verbindet das Familienunternehmen eine außergewöhnliche Architektur mit einem hochwertigen Sortiment und konsequenter Kundenorientierung. Ausgangspunkt war die Umnutzung einer frei gewordenen Lagerfläche, die statt einer Vermietung zu einem innovativen Fachmarkt entwickelt wurde. Besonders im Fokus stehen Wein, Sekt und Spirituosen, darunter zahlreiche Eigenmarken und exklusive Produkte, die nur bei Tadsen erhältlich sind.

Trotz eines stark umkämpften Marktes mit hoher Wettbewerbsdichte konnte sich die Getränkewelt erfolgreich etablieren. Entscheidend dafür sind persönlicher Service, intensive Beratung und ein konsequentes Kundenerlebnis – vom Leergutservice bis zum Kofferraumservice. Geschulte Mitarbeiter beraten insbesondere im Wein- und Spirituosenbereich, während regelmäßige Tastings und Aktionen zusätzliche Anreize schaffen. Neukunden gewinnt das Unternehmen vor allem über Empfehlungen und erreicht inzwischen ein Einzugsgebiet von rund 50 Kilometern, einschließlich Kunden aus Dänemark.

Auch digital zeigt sich die Getränkewelt Tadsen aktiv: Mit E-Mail-Newslettern, Social-Media-Beiträgen und kurzen Videoclips auf Facebook, Instagram und WhatsApp pflegt das Unternehmen den Kontakt zu seinen Kunden. Für die Zukunft plant Tadsen insbesondere den weiteren Ausbau der Sortimente in den Bereichen Whisky, Rum und alkoholfreie Biere.

Das vollständige Interview aus Ausgabe 6/2026 des Magazins GETRÄNKEFACHGROSSHANDEL können Sie hier lesen:

BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

BV GFGH spricht sich gegen Erhöhung der Alkoholsteuer aus – Konsumwandel erfolgt bereits

Bild: © BV GFGH/KI-generiert

Der Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels (BV GFGH) lehnt eine Erhöhung der Alkoholsteuer ab. Eine solche Maßnahme ist weder erforderlich noch verhältnismäßig. Die Entwicklung des Konsumverhaltens in Deutschland zeigt bereits heute deutlich, dass ein gesellschaftliches Umdenken stattfindet – ohne zusätzliche steuerliche Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die mittelständisch geprägte Getränkewirtschaft. Unsere Branche steht seit Jahren unter erheblichem Kostendruck. Steigende Energiepreise, höhere Personalkosten, zunehmende Bürokratie sowie die anhaltende Konsumzurückhaltung vieler Verbraucherinnen und Verbraucher belasten insbesondere mittelständische Betriebe.

Eine zusätzliche Steuererhöhung würde diese Belastungen weiter verschärfen. Sie verteuert Produkte für Konsumentinnen und Konsumenten, schwächt die Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen und gefährdet Investitionen entlang der gesamten Getränkewertschöpfungskette.

Alkoholkonsum sinkt seit Jahrzehnten 

Der Alkoholkonsum in Deutschland befindet sich seit vielen Jahren in einem nachhaltigen Abwärtstrend. Der Pro-Kopf-Verbrauch von reinem Alkohol ist zwischen 2001 und 2024 um rund 22 Prozent zurückgegangen. Der Bierkonsum sank im gleichen Zeitraum um mehr als ein Drittel. Gleichzeitig verzeichneten alkoholfreie Alternativen ein starkes Wachstum. Allein der Konsum alkoholfreier Biere stieg seit der Jahrtausendwende um mehr als 80 Prozent1. Auch aktuelle Erhebungen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bestätigen den langfristigen Rückgang des Alkoholkonsums. Der Gesamtverbrauch alkoholischer Getränke pro Kopf ist zuletzt erneut gesunken2. 

Junge Menschen verändern ihr Konsumverhalten 

Die Vorstellung, Alkohol werde in Deutschland unverändert konsumiert und müsse deshalb stärker besteuert werden, wird durch aktuelle Studien nicht gestützt.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) ist der Anteil der Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol trinken, seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig steigt der Anteil derjenigen, die noch nie Alkohol konsumiert haben3.

Eine aktuelle Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Ernährung verweist ebenfalls darauf, dass regelmäßiger, riskanter und exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen seit 2001 kontinuierlich zurückgeht4. Besonders bemerkenswert: Deutschland weist europaweit einen der höchsten Anteile junger Erwachsener auf, die vollständig auf Alkohol verzichten. Fast jeder zweite Angehörige der Generation Z gibt an, keinen Alkohol zu trinken5.

Prävention und gesellschaftlicher Wandel wirken

Die vorliegenden Daten zeigen, dass Präventionsarbeit, Aufklärung und ein verändertes Gesundheitsbewusstsein bereits zu einer nachhaltigen Veränderung des Konsumverhaltens führen. Der Trend zu alkoholfreien Alternativen, ein bewussterer Lebensstil sowie ein verändertes Freizeitverhalten prägen insbesondere die jüngeren Generationen.

Der BV GFGH erkennt die Bedeutung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken ausdrücklich an und unterstützt wirksame Präventionsmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen zeigen jedoch, dass der gesellschaftliche Wandel bereits stattfindet.

Vor diesem Hintergrund ist eine weitere Erhöhung der Alkoholsteuer nicht sinnvoll. Sie würde Verbraucherinnen und Verbraucher sowie mittelständische Unternehmen zusätzlich belasten, ohne dass ein zusätzlicher gesundheitspolitischer Nutzen erkennbar wäre.

Die Politik sollte die nachweisbaren Erfolge von Prävention, Aufklärung und Eigenverantwortung anerkennen und diesen Weg konsequent weitergehen, statt auf zusätzliche steuerliche Belastungen zu setzen.

(1) Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 1.

(2) DHS: Alkohol – Zahlen, Daten, Fakten: https://www.dhs.de/suechte/alkohol/zahlen-daten-fakten/

(3) Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) 2024: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2023 und Deutscher Brauer-Bund (2026): Fakten zum Alkoholkonsum in Deutschland. Stand Mai 2026, S. 3.

(4) Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: Alkohol – Zufuhr in Deutschland, gesundheitliche sowie soziale Folgen und Ableitung von Handlungsempfehlungen

(5) BZgA: Drogen Affinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland

Großhandel macht im März großen Sprung nach vorne

Großhandel macht im März großen Sprung nach vorne

Das Jahr 2026 fängt an sich zu stabilisieren: Im März steigen die Umsätze gegenüber Februar um 23 Prozent (nominal plus 22,9 Prozent).

Der Vorjahresvergleich fällt ebenfalls positiv aus: Der Getränkefachgroßhandel schließt den Februar 2026 mit einer realen Veränderung von 9,2 Prozent (nominal plus 10,9 Prozent) ab.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Bierabsatz zeigt im April gewohntes Bild und rutscht wieder ab

Bierabsatz zeigt im April gewohntes Bild und rutscht wieder ab

Nach den sehr erfreulichen Zahlen im März, präsentiert sich der Bierabsatz im April 2026 wieder mit gewohnten Sorgenfalten. Mit einem Minus von 7,1 Prozent verschlechtern sich die Zahlen deutlich. Auch der steuerpflichtige Bierabsatz schafft es nicht aus der Krise: Laut dem Deutschen Brauer-Bund e.V. (DBB) verliert dieser 8 Prozent im Vergleich zum März 2026. Auch der Export sorgt für lange Gesichter: Im Vergleich zum Vormonat verliert er 2,7 Prozent.

Nach den positiven Zahlen im März zeigt der April leider wieder das seit über zwei Jahren bekannte Bild: Ein deutliches Minus zum Vorjahresmonat – insgesamt fehlen 7,1 Prozent bzw. 500.000 Hektoliter. Bei annähernd derselben Menge sind es steuerpflichtig sogar 8,0 Prozent. Einzig der Export befindet sich mit 3,0 Prozent im Plus, wenngleich auch hier im April 2,7 Prozent verloren gingen. Die Kategorie Biermix verlor 7,5 Prozent und liegt nun bei einem Minus von knapp 6 Prozent.

Beim Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt sich ein höchst unterschiedliches Bild. Während etwa Hessen (-37 %) und Niedersachsen/Bremen (-27 %) massive Einbußen vermelden, liegen Berlin (+6 %) und Thüringen (+18 %) beim Gesamtbierabsatz nach Bundesländern im Plus.

Quelle: Deutscher Brauer Bund