Gastgewerbe legt im Mai kräftig zu
Das deutsche Gastgewerbe wächst im Mai kräftig. Der Umsatz steigt gegenüber April real um 13,7 Prozent (nominal 14,2 Prozent).
Im Vergleich zu Mai 2020, dem zweiten voll von der Pandemie betroffenen Monat, sinkt der Gastgewerbeumsatz real um 1,7 Prozent (nominal allerdings plus 1,1 Prozent). Bei den Beherbergungsunternehmen erhöht sich der Umsatz im Mai gegenüber 2020 real um 10,9 Prozent (nominal 10,8 Prozent). Die Gastronomie erzielt ein reales Umsatzminus von 5,2 Prozent (nominal minus 1,3 Prozent), das getränkeintensivere Gaststättengewerbe ein reales Minus von 11,3 Prozent (nominal minus 7,0 Prozent). Die Caterer und sonstigen Verpflegungsdienstleister erzielen ein reales Plus von 16,6 Prozent (nominal 19,9 Prozent). Die Schankwirtschaften müssen die größten Verluste zum Vorjahresmonat hinnehmen: real minus 35,9 Prozent und nominal minus 30,6 Prozent.
Kumuliert liegt Umsatz des Gastgewerbes bis Mai im Vergleich zum Vorjahr real um 46,6 Prozent zurück (nominal minus 44,8 Prozent). Die Beherbergungsunternehmen verzeichnen im selben Zeitraum ein reales Minus von 62,7 Prozent (nominal 62,6 Prozent), die Gastronomen ein reales Minus von 39,5 Prozent (nominal minus 37,1 Prozent), die Caterer ein reales Minus von 24,1 Prozent (nominal minus 21,9 Prozent) und das getränkeintensivere Gaststättengewerbe ein reales Minus von 44,4 Prozent (nominal minus 41,8 Prozent). Die Schankwirtschaften weisen einen weiterhin desaströsen realen Umsatzrückgang von 74,3 Prozent aus (nominal minus 72,3 Prozent).
Die immer weitreichenderen Lockerungen und Öffnungen werden der Branche spätestens ab Mai zu Aufschwung verhelfen.
Quelle: Statistisches Bundesamt

Geschlossene Gastronomie = mehr Bier zu Hause. Auf diese einfache Gleichung lassen sich die letzten Monate bringen. Dass insbesondere der Bierkonsum in den eigenen vier Wänden während Corona stark zugenommen hat, beobachtet auch Branchenkenner Georg Gorki, der als Einkaufsleiter seit 25 Jahren in der Getränkebranche zu Hause ist. Wobei es laut Gorki hier auch regionale Unterschiede gab: Im Süden sei eindeutig das Flaschenbier der Corona-Gewinner schlechthin. Im Norden und Osten habe es dagegen große Zuwächse bei Sekt und Spirituosen gegeben. „Außerdem haben die Verbraucher gezielt nach regionalen Spezialitäten gesucht und gerne auch mal was Neues ausprobiert“, so seine Erfahrung. Dass die Verbraucher in Corona-Zeiten das MiniKEG für den Frisch-gezapft-Genuss zuhause zu schätzen wussten, kann Georg Gorki nachvollziehen. „Allerdings laufen die Partyfässer eher im Supermarkt oder Discounter – im Getränkemarkt liegt der Fokus stärker auf Mehrweggebinden“, weiß der Experte, der selbst viele Jahre als Getränke-Manager im LEH tätig war.
