„Auf Top-Niveau – GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026“ – Artikel im GFGH

„Auf Top-Niveau – GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026“ – Artikel im GFGH

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 – Alle Jahre wieder: Klassentreffen der Getränkebranche bei GGH

GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 – Alle Jahre wieder: Klassentreffen der Getränkebranche bei GGH

Fotos: © BV GFGH/Jan Düfelsiek

„GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. hat sich zu dem führenden Branchen-Happening entwickelt“, sagte Dirk Reinsberg im Vorfeld der Veranstaltung. Und er sollte Recht behalten: Über 600 Gäste, 33 Präsentationsstände sowie acht Referentinnen und Referenten in fünf hochklassigen Vorträgen untermauern diese Einschätzung. Beim Kommunikationsabend war den Teilnehmenden die Freude über diese Veranstaltung deutlich anzumerken.

Auch die #NetzwerkJunioren des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels trafen sich erneut im Vorfeld des Events. Dabei stand die gegenseitige Vernetzung und das „voneinander lernen“ im Fokus. Das Haus der Deutschen Geschichte in Bonn bot der jungen Generation spannende Eindrücke.

Turnusgemäß startete GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2026 für die Mitglieder des Verbandes mit der internen Mitgliederversammlung. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dirk Reinsberg machte Beiratsvorsitzender Eric Boecken deutlich: Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, Deutschland befindet sich in der Rezession und auch 2026 wird voraussichtlich von Stagnation geprägt sein. Der Bierabsatz verzeichnet den stärksten Rückgang seit 1993 – für viele eine echte Zäsur. Auch Wein und Spirituosen sind rückläufig. Mineralwasser bleibt hingegen Durstlöscher Nummer eins in Deutschland und auch die Kampagne „Pro Mineralwasser“ in der Gastronomie wird konsequent fortgeführt. Klar ist: Die Branchenlandschaft wird sich verändern – und genau deshalb gilt es, Chancen aktiv zu nutzen. Der Getränkefachgroßhandel hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er wandlungsfähig ist.

Zu den strategischen Schwerpunkten zählen:

  • die Weiterentwicklung von Mehrweg-Dienstleistungen,
  • die politische Arbeit rund um PPWR und Verpackungsdurchführungsgesetz,
  • intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern,
  • sowie der Ausbau des neuen BV GFGH Kompetenzzentrums.

Eine vorgestellte Umfrage zum Thema Mehrweg-Littering zeigte zudem: Viele Städte sehen kein relevantes Littering-Problem bei Mehrweg-Glasflaschen. Mehrweg bleibt damit ein zentraler Baustein nachhaltiger Getränkelogistik.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung führte Dirk Reinsberg durch die Tagesordnung. Neben Regularien, Jahresabschlüssen sowie der Entlastung von Beirat und Vorstand standen auch Wahlen auf dem Programm: Frank Hartung und Lisa Behn wurden einstimmig als KassenprüferInnen wiedergewählt. Dem ehemaligen und langjährigen Kassenprüfer Hermann J. Schreiber wurde ausdrücklich für sein jahrzehntelanges Engagement gedankt.

Auftakt mit Auszeichnung und starkem Bekenntnis zu Mehrweg 

Die Preisverleihung „Deutschlands beste Getränkehändler“ eröffnete den offiziellen Teil von GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. in diesem Jahr. In Kooperation mit der Rundschau für den Lebensmittelhandel wurden herausragende Konzepte in den Kategorien Getränkefachmarkt (Getränkehaus Plöchl, Weiden), Weinwelt (Kaufland Steinheim an der Murr) und Filialkonzept (FRISTO SE, Buchloe) prämiert – bewertet nach Sortimentsleistung, -pflege, Gestaltung und Gesamterscheinungsbild.

In seiner anschließenden Eröffnungsrede betonte Dirk Reinsberg die gewachsene Bedeutung von GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. als Plattform für Austausch, Impulse und strategische Orientierung. Ein besonderer Dank galt den Ausstellern und Sponsoren für ihre langjährige Partnerschaft des Kommunikationsabends.

Inhaltlich stand ein Thema klar im Mittelpunkt: Mehrweg. Es ist die Grundlage eines erfolgreichen Geschäftsmodells im Getränkefachgroßhandel – ökologisch wie ökonomisch. Entscheidend ist die systematische Vernetzung entlang der gesamten Supply Chain. Abfallvermeidung durch Wiederverwendung bleibt die zukunftsfähigste Lösung. Seit über 20 Jahren steht das Mehrwegzeichen für eine deutsche Erfolgsgeschichte – getragen von regionalen wie nationalen Marken.

Gleichzeitig wurde die angespannte wirtschaftspolitische Lage deutlich benannt: Rezession, steigende Insolvenzen, hohe Energiepreise, stockende Digitalisierung und zunehmende Bürokratie belasten viele mittelständische Betriebe erheblich. Klare Forderung der Branche: verlässliche Rahmenbedingungen, strukturelle Reformen und spürbare Entlastungen.

Digitalisierung und KI: Vom Experiment zur strategischen Kompetenz 

Am Donnerstagabend setzte Digitalökonomin Katrin-Cécile Ziegler einen starken Impuls für die Zukunftsfähigkeit der Branche. Die Digitalisierung im Getränkefachgroßhandel ist derzeit noch heterogen – gleichzeitig verfügen die Unternehmen über ausgeprägte Risiko-Intelligenz und damit gute Voraussetzungen für strategische Transformation.

Ihre Botschaft: Daten werden nur besser, wenn man beginnt die KI zu nutzen und mit ihr experimentiert. KI ist kein disruptives Großprojekt, sondern ein Instrument zur Unterstützung bestehender Entscheidungsprozesse. Besonders stark ist sie bei Mikroentscheidungen – beim Erkennen von Mustern, beim Systematisieren von Erfahrungswissen und bei Marktvergleichen. Voraussetzung sind eine konsistente Datenbasis, klare Zielsetzungen, Transparenz und eine Unternehmenskultur, die Lernen ermöglicht.

Anschließend bot sich den Teilnehmenden der Veranstaltung viel Zeit zum gemeinsamen Austausch und Netzwerken beim Kommunikationsabend. Es ist schön zu sehen, wie positiv und ausgelassen die Branche miteinander ins Gespräch kommt. Das macht Mut für die Zukunft.

Galerien mit Impressionen der gesamten Veranstaltung finden Sie am Ende des Beitrags.

Am nächsten Morgen knüpfte Pascal Salmen, Geschäftsführer der KI-Plattform acto GmbH, inhaltlich und praxisnah an den Vortrag von Katrin-Cécile Ziegler an und zeigte, wie KI im Vertriebsalltag konkret eingesetzt werden kann. Seine Botschaft: 44 Prozent der Außendienstler gehen in den kommenden 15 Jahren in den Ruhestand – mit ihnen droht wertvolles Erfahrungswissen verloren zu gehen. KI kann helfen, dieses implizite Wissen zu sichern, Chancen sichtbar zu machen und Vertrieb strategisch zu stärken. Der Außendienst bleibt zentral – wird jedoch datenbasiert unterstützt.

Neue Konsumrealitäten und veränderte Kundenbedürfnisse 

Mit seinem Vortrag „Zwischen Kiste und Kontext“ zeigte Marketing-Experte Dr. Uwe Lebok von KONTEXT + ANALYSE eindrucksvoll, wie stark sich Getränkeindustrie und Getränkefachgroßhandel im Wandel befinden – und warum wir neue Kunden gewinnen müssen, wenn andere verloren gehen. Mit Blick auf die statistische Erhebung im Sachon-Barometer wurde deutlich, dass der Konsum von Alkohol zurückgeht. Die Trinkanlässe bleiben weiterhin bestehen. Alkoholfreies Bier wächst dynamisch, Mineralwasser legt zu, klassische Bier- und Weinsegmente sind rückläufig. 82 Prozent der Konsumenten achten auf zuckerreduzierte Produkte. Die Gen Z konsumiert situativ, funktional und weniger traditionsgebunden – sie sucht Inspiration.

Für den Getränkefachgroßhandel bedeutet das: Es reicht nicht mehr, nur Kisten zu bewegen. Entscheidend ist, Konsumkontexte aktiv mitzugestalten.

Nachhaltigkeit bleibt wirtschaftlich relevant 

Wie kann nachhaltiges Wirtschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette gelingen? Dieser Frage widmete sich die hochkarätig besetzte Runde mit Dr. Axel Kölle (Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung), Markus Frieben (Nachhaltigkeitsbeauftragter bei Borussia Mönchengladbach), Thomas Nuhn (Geschäftsführer trinkkontor) und Stefan Kauß (Leiter Nachhaltigkeit bei Bitburger Braugruppe) – mit spannenden Einblicken aus Industrie, Großhandel und Profifußball.

Ja, es stimmt: Nachhaltigkeit hat in der öffentlichen Wahrnehmung zuletzt an Präsenz verloren – ist aber wirtschaftlich relevanter denn je. Gerade regulatorische Vorgaben erhöhen den Handlungsdruck entlang der gesamten Lieferkette. Beim Getränkefachgroßhändler trinkkontor wird Nachhaltigkeit strategisch für alle Standorte gedacht – mit konkretem Ziel- und Maßnahmenplan. Mitarbeitende werden aktiv eingebunden, digitale Tools wie AI Sales oder AI Beverage sorgen für Transparenz und wirtschaftlichere Prozesse. Ein wichtiger Nebeneffekt: Nachhaltigkeit stärkt die Mitarbeiterbindung und -gewinnung spürbar.

Ein besonderes Praxisbeispiel lieferte Markus Frieben von Borussia Mönchengladbach: Nachhaltigkeit wird im Club interdisziplinär gedacht – auf dem Platz wie in der Geschäftsstelle. Täglich ist eine Schulklasse zur gesellschaftspolitischen Bildung zu Gast. Nachhaltige Partnerschaften, etwa mit Bitburger, werden sichtbar gelebt – zum Beispiel im „Bitburger Blühgarten“ am Stadion.

Die Botschaft ist klar: Nachhaltigkeit funktioniert dann besonders wirksam, wenn Industrie, Großhandel und Anwender eng zusammenarbeiten. Gerade der Getränkefachgroßhandel spielt dabei als Bindeglied eine entscheidende Rolle.

Zukunftstrends waren Teil von GGH 

Zum Abschluss unseres Branchenevents richtete Marktforscher und Geschäftsführer des IFH Köln, Dr. Kai Hudetz den Blick auf das Kaufverhalten der Zukunft: Viele Verbraucher befinden sich im Krisenmodus. Gleichzeitig wächst der Online-Handel, Social Media prägt Kaufimpulse und für fast die Hälfte der Konsumenten beginnt die Customer Journey digital. Wer online nicht sichtbar ist, findet in der Kaufentscheidung nicht statt. Preis-Leistungs-Führerschaft bedeutet heute: Bequemlichkeit, Inspiration, Verfügbarkeit und digitale Präsenz strategisch zu verbinden.

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren – ob auf der Bühne oder im Publikum. Es war uns eine große Freude!

 

Schon jetzt im Kalender vormerken: GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2027 findet am 22. & 23. Februar im INFINITY Hotel & Conference Resort Munich in Unterschleißheim bei München statt.

 

Hier finden Sie Galerien mit Impressionen der Veranstaltung (© BV GFGH/Jan Düfelsiek)

Symposium von Huesch & Partner Logistikberater mit BV GFGH: „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“

Symposium von Huesch & Partner Logistikberater mit BV GFGH: „Getränkelogistik 2030 – Zerstörung und Innovation!“

Strategien, Daten und Transformation für den Getränkefachgroßhandel

Die Getränkebranche – insbesondere der Getränkefachgroßhandel – steht vor tiefgreifenden strukturellen Veränderungen. Nachhaltigkeit, der Rückgang alkoholhaltiger Getränke, Digitalisierung und KI verändern Märkte, Wertschöpfungsketten und Geschäftsmodelle grundlegend. Genau hier setzt das Huesch-Symposium am 23. April 2026 in Köln an, das seit rund 20 Jahren unter der Schirmherrschaft des Bundesverbandes des Deutschen Getränkefachgroßhandels steht. Im Interview mit GETRÄNKEFACHGROSSHANDEL erläutern BV GFGH-Vorstand Dirk Reinsberg und Bernd Huesch, Huesch & Partner, welche Impulse die Branche erwartet.

Vertikalisierung und Kooperationen: Neue Formen der Wertschöpfung 

Ein zentrales Thema des Symposiums ist die zunehmende Vertikalisierung. Darunter versteht man die Ausweitung unternehmerischer Aktivitäten auf weitere Stufen der Wertschöpfungskette. Hersteller werden zu Händlern, Händler entwickeln Eigenmarken oder produzieren selbst. Gleichzeitig entstehen neue Kooperationsmodelle zwischen Industrie, Getränkefachgroßhandel und Lebensmitteleinzelhandel.

Insbesondere im Leergutbereich zeigen sich erhebliche Potenziale: Kooperationen können Sortierkosten und Glasneubeschaffung deutlich senken und gleichzeitig Marktanteile sichern. Konkrete Praxisbeispiele und belastbare Kalkulationen werden auf der Veranstaltung vorgestellt.

Automatisierung und KI: Vom Pilotprojekt zum Betriebssystem 

Während automatisierte Lösungen für Paletten- und Säulenkommissionierung bereits existieren, steht die Kastenkommissionierung vielerorts noch am Anfang. Auch fahrerlose Flurförderfahrzeuge und hochautomatisierte Flaschenerkennungssysteme halten zunehmend Einzug in die Branche. Deutschland nimmt hier europaweit eine führende Rolle ein. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Voraussetzung dafür sind saubere, einheitliche Stammdaten – ein Thema, das der BV GFGH seit Jahren priorisiert. „Saubere Daten sind die Basis für Digitalisierung und insbesondere für den Einsatz von KI“, so Bernd Huesch.

Praxisbeispiele zeigen schon heute, wie Getränkefachgroßhändler, Spediteure und Brauereien mithilfe von KI ihre Absatzentwicklung tagesgenau prognostizieren und daraus Ressourcen für Transport, Lager, Vertrieb und Finanzen ableiten.

Außerdem hat der BV GFGH seinen Kooperationspartner Huesch & Partner gebeten, auch einen Blick hinter die Kulissen von notwendigen Restrukturierungsprozessen zu werfen.

Impulse für eine selbstbestimmte Zukunft 

Das Huesch-Symposium 2026 versteht sich als Plattform für strategische Orientierung und operativen Austausch. Es verbindet Theorie und Praxis, Strategie und Umsetzung – mit dem klaren Ziel, den Getränkefachgroßhandel in die Lage zu versetzen, die anstehenden Veränderungen aktiv und selbstbestimmt zu gestalten.

Auch in diesem Jahr überzeugt das Symposium mit hochkarätigen Referentinnen und Referenten wie Fabian Brunke (Radeberger Gruppe), Markus Rütters (DGL), Joachim Ehlers (trinkkontor), Katrin Schilz (fritz-kola) und vielen weiteren.

In der Ausgabe 2/2026 des GETRÄNKEFACHGROSSHANDEL ist ein spannendes Interview mit Dirk Reinsberg und Bernd Huesch über das Symposium erschienen.

Treffpunkt Mehrweg: Ein erfolgreiches und hilfreiches Format feierte Premiere

Treffpunkt Mehrweg: Ein erfolgreiches und hilfreiches Format feierte Premiere

Die Idee für den „Treffpunkt Mehrweg“ entstand – ganz pragmatisch – auf einer längeren Autofahrt zwischen Dirk Reinsberg und Torsten Hiller (LOGIPACK). Was als Gedanke begann, wurde am 18. und 19. November 2025 im Kongresszentrum Dortmund zu einer neuen, erfolgreichen Branchenplattform. Rund 270 Gäste und über 20 Aussteller bestätigten: Dieses Format trifft einen Nerv – und stärkt das Thema Mehrweg sichtbar.

Ein zentrales Element des Erfolgs war das starke Engagement des BV GFGH: Der Verband übernahm die komplette Pressearbeit und Social-Media-Kommunikation, entwickelte gemeinsam mit LOGIPACK das Programm und unterstützte die Veranstaltung zusätzlich finanziell. Der erste Treffpunkt Mehrweg zeigte eindrucksvoll die Dynamik der Branche. Die Kombination aus REUSE-Expo, Fachvorträgen und Talkrunden bot einen kompakten Überblick über Innovationen, Trends und Herausforderungen entlang der Mehrwertschöpfungskette. 

Inhaltliche Impulse durch Fachvorträge und Diskussionen

Parallel zur Expo bot der Treffpunkt Mehrweg seinen Gästen im Goldsaal ein hochkarätig besetztes Vortragsprogramm, das die relevanten Zukunftsthemen der Branche in den Blick nahm. Den Auftakt machte Dirk Reinsberg, geschäftsführender Vorstand des BV GFGH, der in seinem Vortrag die zentrale Frage stellte: „Ist Mehrweg Zukunft – oder kann das weg?“ Seine Antwort war eindeutig: „An Mehrweg führt kein Weg vorbei. Die Abfallvermeidung durch Wiederverwendung ist die ökonomisch und ökologisch sinnvollste Idee der Zukunft“. Er betonte, wie wichtig unternehmerische Weitsicht, Standardisierung, die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur und ein verbindender Wille seien, um Mehrwegsysteme wirtschaftlich tragfähig zu halten. Gleichzeitig appellierte er an die Branche, stärker zusammenzuarbeiten und Synergien zu nutzen – ein Impuls, der von den Teilnehmenden mit viel Zustimmung aufgenommen wurde.

Es folgte ein breites Spektrum an Fachbeiträgen – unter anderem von Mario Benedikt, der die Bedeutung von Mehrweg im Getränkefachmarkt beleuchtete, sowie von Volker Lange vom Fraunhofer-Institut. Er zeigte auf, dass Verpackung mittlerweile zu den Top-4-Trendfeldern der Logistik zählt und großes Potenzial für Mehrweg birgt. Er machte deutlich, dass Standardisierung, digitale Transparenz und ein ganzheitlicher Blick auf Bestände, Bedarfe und Bewegungen entscheidend für erfolgreiche Mehrwegsysteme sind.

Mehrere anschließende Talkrunden vertieften die Themen und sorgten für angeregte Diskussionen – darunter Panels zu Synergiepotenzialen, logistischen Herausforderungen, Daten und Digitalisierung sowie Mehrweg im Fachmarkt.

Besonders eindrücklich waren die Einblicke von Claudia Patzwahl, Projektleiterin für Verpackungssteuer der Stadt Tübingen. Sie teilte ihre Erfahrungen, wie die kommunale Verpackungssteuer seit drei Jahren wirkt. Und tatsächlich: Die Verpackungssteuer wirkt als Mehrwegbooster. Der Anteil des Mehrwegangebots in Tübingen stieg um 90 Prozent an – das ist ein toller Erfolg!

Vernetzung, Diskussionen und ein starkes Signal für die Zukunft

Die zwei Tage in Dortmund machten deutlich: Mehrweg ist ein wirtschaftlich relevantes, technologisch dynamisches und gesellschaftlich wichtiges Zukunftsthema. Die vielen Begegnungen, der offene Austausch und die gemeinsame Arbeit an Lösungen sorgten für eine spürbare Aufbruchstimmung.

Der starke Zuspruch aller Teilnehmenden zeigt: Die Branche ist bereit, gemeinsam neue Wege zu gehen – und der Treffpunkt Mehrweg hat dafür das passende Format geschaffen.

 

Nachstehend finden Sie eine spannende Bildergalerie mit Impressionen der beiden Veranstaltungstage. 

Fotos: Jan Düfelsiek Photography
BV GFGH initiiert Themenwochen auf LinkedIn: Gemeinsam die Stimme der Branche stärken

BV GFGH initiiert Themenwochen auf LinkedIn: Gemeinsam die Stimme der Branche stärken

Social-Media lebt davon, neue Wege zu gehen, auszuprobieren und etwas zu wagen –meistens wird es dann richtig gut. In den vergangenen Wochen haben wir mit unseren ersten Themenwochen auf LinkedIn zu Ausbildung und Tankbier ein Pilotprojekt gestartet, das sich als voller Erfolg erwiesen hat. Beide Inhalte sind für den Getränkefachgroßhandel von zentraler Bedeutung: Die Ausbildung sichert die Zukunft unserer Branche, während Tankbier als modernes Versorgungs- und Gastronomiekonzept neue Chancen eröffnet.

Unser Ziel war es, die Öffentlichkeitsarbeit unternehmens- und verbandsübergreifend strukturierter aufzubauen und die Reichweite der gesamten Branche zu bündeln, um Inhalte breit zu streuen und die Stimme des GFGH noch deutlicher nach außen zu tragen. Dafür hat der BV GFGH die Themen entwickelt, Texte, Visuals und Social-Media-Postings erarbeitet und allen Mitgliedsunternehmen sowie Partnerverbänden zur Verfügung gestellt. In einem kurzen Online-Termin wurde das Konzept vorgestellt und alle Fragen geklärt. Durch Teilen, Liken, Kommentieren und eigene Beiträge der Mitgliedsunternehmen erreichten wir eine starke Sichtbarkeit auf LinkedIn – auch bei politischen Entscheidungsträgern.

Das Pilotprojekt war ein erfolgreicher Auftakt. Daran wollen wir anknüpfen und künftig regelmäßig weitere Themenwochen zu wichtigen Branchenthemen umsetzen – gemeinsam und mit noch mehr Schlagkraft.

Europäische Zusammenarbeit im Getränkegroßhandel weiter ausbauen: Nachbericht zur CEGROBB-Generalversammlung 2025 in Barcelona

Europäische Zusammenarbeit im Getränkegroßhandel weiter ausbauen: Nachbericht zur CEGROBB-Generalversammlung 2025 in Barcelona

Bilder: © BV GFGH

Die Vereinigung CEGROBB vertritt den europäischen Getränkegroßhandel und setzt sich für faire Preismechanismen, günstige Rechtsrahmen und Kundenschutzmaßnahmen ein. CEGROBB engagiert sich in verschiedenen Bereichen, beispielsweise durch die Teilnahme an Branchenforen, die Zusammenarbeit mit Stakeholdern und die Stärkung des Markenimages durch PR-Aktivitäten. Ziel ist es, durch Zusammenarbeit und Wissensaustausch eine nachhaltige Getränkebranche in Europa zu fördern.

Die diesjährige Generalversammlung fand am 15. und 16. Mai in Barcelona statt – dabei war neben Vertreterinnen und Vertretern aus Portugal, Luxemburg, Spanien, Belgien, Frankreich und den Niederlanden auch der BV GFGH.

Automatisches Hochregallager spart Platz und Zeit

Neben der weiteren Vernetzung stand auch der Besuch zweier Getränkegroßhändler in Spanien auf dem Programm. Dafür traf sich die Gruppe, um mit dem Reisebus zur B-Grup, dem ersten Stopp des Tages, zu fahren. Der spanische Großhändler vertreibt neben Getränken auch frische und tiefgekühlte Lebensmittel, Konserven sowie Servietten. Während sich deutsche Getränkefachgroßhändler nahezu ausschließlich auf Durstlöscher spezialisieren, ist es in Spanien üblich, auch andere Lebensmittel wie Obst und Gemüse aus einer Hand zu bestellen.

Das vollautomatische Lager der B-Group beeindruckte mit über 29.000 Palettenplätzen, die von selbstfahrenden Robotern ent- und beladen werden. Das Hochregallager wurde innerhalb von nur sechs Monaten aufgebaut und in Betrieb genommen. Es spart extrem viel Platz, Zeit und vereinfacht die Arbeit der Mitarbeitenden um ein Vielfaches – ein wichtiger Faktor in Zeiten des Fachkräftemangels. Hier arbeiten Roboter und Menschen Hand in Hand. Neben Schulungen der Mitarbeitenden bietet die Firma Exotec by DEXTER einen ständigen Support bei technischen Fragen und ist mit Servicekollegen vor Ort vertreten. In der Lagerhalle wird im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Die Roboter werden am Wochenende abgeschaltet und am Montagmorgen wieder gestartet.

Austausch über länderspezifische Herausforderungen stand im Vordergrund

Bei einem weiteren Besuch bei einem Getränkegroßhändler ist Folgendes aufgefallen: Mehrweg? Fehlanzeige! In Spanien existiert derzeit kein flächendeckendes Mehrwegsystem für Getränke. Zwar gab es traditionell Mehrwegflaschen, insbesondere für Wein, doch diese Systeme sind im Laufe der Zeit weitgehend verschwunden. Aktuell werden Getränke überwiegend in Einwegverpackungen verkauft. Allerdings plant die spanische Regierung die Einführung eines landesweiten Pfandsystems für Einweg-Getränkeverpackungen: das sogenannte „Sistema de Depósito, Devolución y Retorno“ (SDDR). Es soll ab November 2026 in Kraft treten und Plastikflaschen und Dosen mit einem Volumen von bis zu drei Litern sowie Verpackungen für Wasser, Säfte, Erfrischungsgetränke, Energydrinks und alkoholische Getränke umfassen.

Anschließend kam die Verbandsgruppe im Büro der spanischen Föderation „FEDIS Horeca“ zusammen, um über die zukünftige Ausrichtung von CEGROBB zu sprechen. Dabei waren sich alle Teilnehmenden einig, dass die Herausforderungen in diesen Zeiten nicht kleiner werden. Bei PPWR, Nachhaltigkeit und der globalen wirtschaftlichen Lage ist eine starke europäische Zusammenarbeit erforderlich. Genau dafür wurde in diesen beiden Tagen der Grundstein gelegt. Anschließend stellte Präsident Michel Haeltermann den Jahreshaushalt vor und alle Mitgliedsunternehmen sprachen über ihre individuellen Herausforderungen. Dieser Austausch war äußerst wertvoll, da deutlich wurde, dass es zwar unterschiedliche Hürden, aber auch gemeinsame Problemstellungen gibt. Diese können nun im europäischen Verbund gemeinsam gelöst werden. Das anschließende gemeinsame Abendessen festigte diese überstaatliche Verbindung.

Verbände stellten sich vor

Am zweiten Tag des CEGROBB-Jahrestreffens wurde zunächst eine Präsentation über die Ausgestaltung der PPWR-Maßnahmen in Spanien gehalten. Mit dem geplanten Pfandsystem sollen die Recyclingquote auf 90–95 Prozent erhöht und die Abfallmenge in gelben Recyclingtonnen um 15 Prozent reduziert werden. Dies ist notwendig, da Spanien die EU-Vorgaben, die eine Recyclingquote von 70 Prozent bis 2025 und 90 Prozent bis 2029 fordern, bislang nicht erfüllt hat. In der Gastronomie sollen bis 2025 mindestens 80 Prozent des Bieres und 30 Prozent des Wassers in Mehrwegflaschen verkauft werden.

Anschließend stellten sich die beiden Verbände aus Luxemburg und Belgien vor und präsentierten ihre Themen für die kommenden Monate. Außerdem wurde vereinbart, dass die spanische Vertretung künftig die Websitepflege übernimmt. Der Aufbruch ist spürbar! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit.