
Heute vor 30 Jahren, am 21. Oktober 1996, gab sich der Verband seinen heutigen Namen: Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels e.V.
Vom „Bierverleger“ zum modernen Dienstleister
Die Wurzeln des Verbandes reichen weit zurück. Schon Ende des 19. Jahrhunderts schlossen sich Bierhändler zusammen, die sich nach einer Organisation sehnten, die ihre Interessen bündelt. Damals verkauften die sogenannten „Bierverleger“ im Auftrag der Brauereien Fass- und Flaschenbier und waren meist von ihren Lieferanten abhängig. Im Laufe der Jahrzehnte kamen alkoholfreie Erfrischungsgetränke, Spirituosen und Wein hinzu. Aus dem abhängigen Bierverleger wurde der selbstständige Getränkefachgroßhändler. Der Verband hat diesen Wandel von Beginn an begleitet.
Ein entscheidender Schritt für die gemeinsame Interessenvertretung folgte nach dem Zweiten Weltkrieg: Am 12. Oktober 1949 kamen die Verbände des Biergroßhandels der damaligen Bizone in Göttingen zusammen und gründeten den „Gesamtverband des deutschen Biergroßhandels e. V.“. 1976 wurde daraus der „Bundesverband des Deutschen Bier- und Getränkefachgroßhandels e. V.“. Seit dem 21. Oktober 1996 trägt der Verband seinen heutigen Namen.
Interessen bündeln, Rahmenbedingungen mitgestalten
Die Geschichte des Verbandes ist geprägt von der Aufgabe, mittelständischen Unternehmen eine gemeinsame Stimme zu geben – gegenüber der Getränkeindustrie ebenso wie gegenüber Politik und Verwaltung in Deutschland und auf europäischer Ebene. Zu den wichtigen Stationen zählt der langjährige Einsatz für das Pflichtpfand auf Einweggetränkeverpackungen. Hinzu kamen das Engagement für eine Mehrwegquote als Zielvorgabe im Verpackungsgesetz 2017 und die europäische Zusammenarbeit zur Stärkung der Abfallvermeidung und Wiederverwendung. Als maßgeblicher Initiator europäischer ReUse-Konferenzen setzte sich der Verband dafür ein, Mehrweg auch über nationale Grenzen hinweg auf die Tagesordnung zu bringen.
Mit der Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ und als Mitinitiator des Mehrweg-Zeichens machte der BV GFGH dieses Anliegen öffentlich sichtbar. Auch die Kampagne „Erste Wahl – Regional“ gehört zu den Initiativen, die der Verband mit auf den Weg brachte.
Konkrete Unterstützung für die Mitgliedsunternehmen
Viele Ergebnisse der Verbandsarbeit zeigen sich im betrieblichen Alltag. Dazu gehören die Initiierung und Verhandlung von Partnerschaftsverträgen mit der Getränkeindustrie sowie ein Memorandum zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Getränkefachgroßhandel. Weitere Themen waren die Sortierung und Rücknahme von Leergut, Verhandlungen über die Einführung des Fasspfandes und die umsatzsteuerrechtliche Behandlung von Transporthilfsmitteln wie Paletten. Bei der Euroeinführung setzte sich der Verband dafür ein, dass die Industrie die Umrechnungsdifferenzen übernahm.
Auch bei besonderen wirtschaftlichen und rechtlichen Herausforderungen bündelte der BV GFGH die Interessen der Branche: etwa durch die Initiative zur Verbände-Geschädigtengemeinschaft im Zusammenhang mit dem Lkw-Kartell, durch die Mitwirkung an einer Branchenlösung zur europäischen Datenschutz-Grundverordnung und durch die Interessenvertretung im Zuge der Getränke-Ring-Insolvenz.
Parallel entwickelte sich der Verband selbst weiter. Die Verschmelzung der Landesverbände auf den Bundesverband, die Überarbeitung der Beitragsordnung und die Einführung von Fördermitgliedschaften waren wichtige Schritte. Die Delegiertenversammlung wurde zu einem bedeutenden Branchentreff ausgebaut. Heute ist GETRÄNKE.GROSS.HANDELN. längst zu einem beliebten „Klassentreffen“ geworden, der die Branche zusammenbringt. Mitgliederinformationen, Regionalversammlungen, Geschäftsberichte und Konjunkturumfragen schufen Grundlagen für Information und Austausch. Hinzu kamen Weiterbildungsangebote wie der Studiengang „Getränkebetriebswirt“, Seminare und Workshops sowie die Beteiligung an der Schulungsinitiative Jugendschutz.
Heute steht der BV GFGH als gesunder und gut aufgestellter Verband da. Auf diesem Fundament setzt er sich auch politisch mit Nachdruck für die Belange seiner Mitglieder ein und gestaltet die Rahmenbedingungen für einen starken, unabhängigen Getränkefachgroßhandel mit.
Ein Name, der eine Entwicklung sichtbar macht
Der 30. Namensgeburtstag würdigt damit weit mehr als eine formale Änderung. Er erinnert an den Wandel des Getränkefachgroßhandels und an die gemeinsame Arbeit vieler engagierter Unternehmerinnen und Unternehmer, Ehrenamtlicher und Beschäftigter des Verbandes.
Seit 1996 steht der Name „Bundesverband des Deutschen Getränkefachgroßhandels“ für diese gewachsene Branchenidentität. Der Auftrag dahinter verbindet die Generationen: Interessen bündeln, Zusammenarbeit ermöglichen und die Zukunft des Getränkefachgroßhandels mitgestalten.